Finanzkrise: Skandalumwitterter US-Versicherer AIG hat neuen Chef

Finanzkrise: Skandalumwitterter US-Versicherer AIG hat neuen Chef

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Gebäude des US-Versicherers American International Group (AIG): der bisherige Vorstandschef Martin Sullivan trat gestern wegen hoher Verluste aus der Finanzkrise zurück.

In den USA setzt sich das Köpferollen wegen der Finanzkrise fort: Nach Milliardenverlusten trat der bisherige Vorsitzende des US-Versicherungsriesen AIG, Martin Sullivan, gestern zurück. Nachfolger wurde ein früherer Citigroup-Manager. Bei AIG ist es der zweite Chefwechsel innerhalb von drei Jahren - der letzte Vorstandschef nahm wegen mutmaßlicher Bilanzierungstricks 2005 seinen Hut.

Gestern trat der bisherige AIG-Vorstandsvorsitzende Martin Sullivan zurück, sein Nachfolger wurde der frühere Citigroup-Manager Robert Willumstad. Willumstad führte zuletzt den AIG- Verwaltungsrat.

Der Versicherungskonzern hatte zuletzt seine Aktionäre mit schwachen Ergebnissen verärgert: Allein in den vergangenen beiden Quartalen fielen Verluste von zusammen 13 Milliarden Dollar an. Grund waren vor allem Abschreibungen im Zusammenhang mit der US- Immobilienkrise. Im Mai musste sich AIG 20 Milliarden Dollar an frischem Kapital besorgen. Die AIG-Aktie fiel seit vergangenem Dezember um rund 40 Prozent.

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In den letzten Monaten hatte AIG hohe Verluste geschrieben. Nach den ersten drei Monaten dieses Jahres stand ein Minus von knapp acht Milliarden Dollar in den Büchern - es war der höchste Quartalsverlust in der Geschichte des Konzerns.

„Das Board und ich erkennen an, dass die Ergebnisse der vergangenen zwei Quartale inakzeptabel waren. Aber wir sind zuversichtlich, was die Zukunft von AIG angeht“, erklärte der neue CEO Willumstad. Er kündigte eine eingängige Prüfung sämtlicher Geschäftsbereiche des Versicherers an.

Das Führungsgremium sei überzeugt, dass der 62-Jährige der richtige sei, um „AIG durch die turbulenten Märkte von heute zu führen“, weiteren organisatorischen Wandel anzutreiben und den Unternehmenswert wieder herzustellen, teilte der Leiter des Nominierungskomitees, George Miles, mit.

1,6 Milliarden Dollar schwerer Vergleich mit SEC

Nicht nur die hohen Verluste machten dem Versicherungsriesen in letzter Zeit zu schaffen. Vor kurzem geriet das Unternehmen erneut ins Visier der US-Behörden. Bei der US-Börsenaufsicht SEC hatte AIG bereits teures Lehrgeld gezahlt. Denn 2005 stand der Versicherer im Viser der SEC. Die Aufsichtsbehörde hatte Bilanzierungstricks vermutet. Die SEC-Ermittlungen führten zum erzwungenen Rückzug des Firmenpatriarchs Maurice R. Greenberg.

Danach übernahm Sullivan das Ruder. Ihm gelang es, die Ermittlungen mit einem 1,6 Milliarden Dollar schweren Vergleich beizulegen. AIG musste die Ergebnisse für fünf Jahre korrigieren. Doch vor wenigen Wochen wurden neue Untersuchungen der Behörden bekannt.

36 Jahre in AIG-Diensten

Der heute 53-jährige Sullivan begann seine AIG-Karriere bereits mit 17 und galt zum Zeitpunkt seiner Berufung bereits als Kronprinz. Laut US-Medienberichten vermissten einige große Investoren unter Sullivan einen sauberen Schnitt zur Ära des umstrittenen Greenberg.

Der neue Konzernchef Willumstad soll auch den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten, teilte AIG mit. Der 62-jährige war bei der Citigroup bis zu seinem Rückzug vor drei Jahren für das operative Tagesgeschäft verantwortlich. Er gründete danach den Finanzinvestor Brysam Global Partners mit.

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