Finanzkrise: Swatch-Chef Hayek: Auch weniger ist immer noch gut

Finanzkrise: Swatch-Chef Hayek: Auch weniger ist immer noch gut

Der Chef des Schweizer Uhrenkonzerns Swatch, Nick Hayek, appelliert an die Unternehmen, sich wieder mit geringeren Umsatzsteigerungen und Gewinnmargen zu begnügen, ohne gleich von Krise zu sprechen.

Die früheren Wachstumserwartungen seien viel zu hoch und auf Dauer nicht machbar gewesen, sagte Hayek im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Wenn wir 2009 etwa 20 Prozent weniger Umsatz machen würden als 2008, wären wir immer noch auf dem Niveau von 2007. Und das war ein sensationelles Jahr. Wir alle müssen wieder anfangen, Steigerungsraten von drei, vier, fünf Prozent oder Umsatzrückgänge von fünf, sechs, sieben oder zehn Prozent nicht als Katastrophe zu sehen, sondern als Normalität.“

Hayek äußert deutliche Kritik an den überzogenen Erwartungen der Börse. „In der Vergangenheit galt ja für die Analysten nur als erfolgreich, wer mindestens 20, 30 oder 40 Prozent wuchs. Das ist in einer Industrie mittelfristig nicht möglich.“ Für unrealistisch hält Hayek auch die die starken Ausschläge der Börsenkurse. Die Kurse ließen ihn kalt, weil „sie nicht den echten Wert einer Unternehmung darstellen, sondern im Moment nur reine Spekulation und Panik widerspiegeln“.

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Auch bei den Gewinnen rät Hayek zu mehr Realismus. „Unsere Profitabilität muss auch nicht immer über 20 Prozent vom Nettoumsatz liegen wie in den letzten Jahren. Wir können auch gut weiterleben, wenn es nur 13 oder 14 Prozent sind.“ Hayek ist optimistisch, dass sich die Uhrenindustrie schon bald wieder „zum gesunden Wachstum zurückkehren“ wird.

Kaufzurückhaltung sieht Hayek derzeit nicht bei den Konsumenten, sondern bei den Händlern. Diese schätzten den Markt offenbar nicht richtig ein. „Viele Händler denken im Moment an ihr Lager und nicht an den Konsumenten. Dadurch, dass wir auch eigene Geschäfte haben, wissen wir jedoch, dass der Kunde weiterhin kauft: Mit der Marke Swatch machen wir die Umsätze zu 35 Prozent in den eigenen Geschäften. Bei der Omega sind es 12 bis 14 Prozent, bei Blancpain und Breguet ebenfalls um die 13 Prozent. Die Zahl der verkauften Uhren in den meisten eigenen Geschäften liegen im Januar und Februar höher als im Vorjahr.“

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