Finanzkrise : UBS schüttet trotz Rekordverlusts Boni aus

Finanzkrise : UBS schüttet trotz Rekordverlusts Boni aus

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Logo der Schweizer Bank UBS

Die Zahlen wie sind erwartet tiefrot: Das Jahr 2008 schließt die Schweizer Großbank UBS mit 13 Milliarden Euro Verlust ab. 2000 Investmentbanker verlieren ihren Job - Boni von zwei Milliarden Euro zahlt die UBS trotzdem aus.

Tiefrote Zahlen beschert die Finanzkrise der Schweizer Großbank UBS:  Im vierten Quartal 2008 fiel nochmals ein Verlust von 8,1 Milliarden Schweizer Franken (5,36 Milliarden Euro) an, wie die Bank heute mitteilte. Für das gesamte Jahr 2008 summierte sich das Minus damit auf 19,7 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro).

Auslöser für die neuen massiven Verluste waren unter anderem Wertberichtigungen im Investmentbanking. Zugleich gab die Bank einen Stellenabbau von noch einmal 2000 Mitarbeiter vor allem im Investmentbanking bekannt. Insgesamt werden über 10 000 UBS- Mitarbeiter ihren Job verlieren. Beim Investmentbanking schrumpft die Zahl der Stellen auf 15.000 nach noch 22.000 vor einem Jahr.

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Trotz des Rekordverlusts zahlt die UBS Boni im Wert von 2,155 Milliarden Franken (rund 1,43 Milliarden Euro) aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 78 Prozente, teilte die Bank heute mit. Von der Bonussumme seien 994 Millionen Franken vertraglich fest vereinbart und 1,161 Milliarden Franken freiwillig. Der freiwilligen Anteil gehe zu 60 Prozent an die Mitarbeiter der profitablen Vermögensverwaltung. Der Rest verteile sich auf die Investmentbank, das Asset Management und die Konzernzentrale. In der hochdefizitären Investmentbank sinke die Bonussumme um 95 Prozent. Die Bonus-Frage war zuletzt im Zentrum der öffentlichen Kritik gestanden mit dem Argument, dass ein Unternehmen, das Staatshilfe in Anspruch nehmen musste, keine Boni ausschütten sollte.

2007 hatte die Bank im Jahresergebnis einen Fehlbetrag von 5,25 Milliarden Franken ausgewiesen. Im vierten Quartal 2008 zogen Kunden noch einmal Gelder in Höhe von 85,8 Milliarden Franken vom weltgrößten Vermögensverwalter ab. Bei den Neugeldern habe sich im Verlauf des vierten Quartals die Entwicklung aber verbessert, erklärte die größte Bank der Schweiz. Unter anderem wegen guter Mittelzuflüsse in der Vermögensverwaltung habe es einen „ermutigenden Start“ ins Jahr 2009 gegeben.

Beim Umgang mit ihren Risikopapieren hat die UBS die Taktik nun etwas verändert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) soll nun lediglich für 39,1 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) faule, also derzeit fast wertlose Papiere, übernehmen. Noch im Oktober war die Summe auf bis zu 60 Milliarden beziffert worden. Grund seien Änderungen in den Buchhaltungsregeln, die eine Übertragung gewisser Werte nicht mehr nötig machten, wie die SNB am Dienstag mitteilte.

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