Finanzkrise : US-Regierung will Fannie und Freddie vor Kollaps retten

Finanzkrise : US-Regierung will Fannie und Freddie vor Kollaps retten

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Die Zentrale von Freddie Mac, der zweitgrößte US-Hypotheken-Finanzierer in McLean, Virginia, steht wegen der Finanzkrise massiv unter Druck.

Die US-Regierung steht zur Rettung der beiden schwer angeschlagenen US-Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac bereit.

Die Regierung bereite ein Gesetz für die beiden Immobilienfinanzierer vor, das den Märkten Vertrauen einflößen werde, erklärte ein Sprecherin des US-Präsidialamtes heute angesichts von Spekulationen über eine drohende Pleite der Unternehmen.

Die Aktien der für den US-Immobilienmarkt enorm wichtigen Finanzierer konnten daraufhin ihre drastischen Kursverluste etwas eingrenzen. Investoren gehen seit langem davon aus, dass die US-Regierung einen Zusammenbruch der beiden Institute nicht zulassen wird.

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In diesem Fall würde ein echter Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil sie den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken fast allein am Laufen halten.

Freddie Mac: Drohende Zahlungsunfähigkeit

Fannie und Freddie befinden sich zwar in Privatbesitz, aber angesichts der engen Verzahnung mit der Politik erwarten die Finanzmärkte stillschweigend, dass der Staat letztlich für die Schulden der beiden weitgehend geradestehen wird. Wie allerdings dabei die Aktionäre wegkommen würden, steht in den Sternen.

Freddie Mac sah sich heute genötigt, Gerüchte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit zurückzuweisen. Der Konzern versicherte, über ausreichend Kapital zu verfügen und will an seinen Plänen festhalten, dieses zu gegebener Zeit aufzustocken.

Der ehemalige Fed-Gouverneur William Poole hatte die beiden Konzerne zuvor in einem Bloomberg-Interview als faktisch insolvent bezeichnet.

Freddie Mac-Aktien fielen daraufhin um bis zu 30 Prozent, Fannie Mae-Papiere büßten 17 Prozent ein. Nach den Äußerungen aus dem Weißen Haus reduzierten sich die Verluste auf 20 beziehungsweise 10 Prozent. Eine Aktie von Fannie Mae kostete damit nur noch rund 14 Dollar, ein Papier von Freddie Mac lediglich gut acht Dollar. Vergangenen August kosteten die Aktien der Hypothekenverleiher noch jeweils fast 70 Dollar. Insgesamt haben die Aktionäre dadurch mittlerweile rund 100 Milliarden Dollar verloren.

Börse: "Eigentlich weiß überhaupt niemand, was er machen soll"

Die immer wiederkehrende Unsicherheit über die Lage der Banken hat auch heute die Anleger in Atem gehalten. Der Kurssturz der Aktien der beiden halbstaatlichen US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zehrte weltweit an den Nerven der Börsianer.

Der Dax verlor 1,3 Prozent auf 6305 Punkte. Dabei folgte der Leitindex den Börsen in New York, die bei hektischem Geschäft meist um ihre Vortagesschlusskurse schwankten. „Das kostet Nerven“, sagte ein Händler. „Eigentlich weiß überhaupt niemand, was er machen soll.“

Das Handelsvolumen im Dax stieg leicht auf 157 (Vortag 156) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 5,8 (5,6) Milliarden Euro. Zum Handelschluss in Europa notierte der Dow-Jones-Index fast unverändert, nachdem er zuvor zwischen Plus 0,7 Prozent und Minus 0,4 Prozent schwankte. Der Nasdaq-Composite lag 0,4 Prozent höher.

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