
Aber auch die Xing-Macher haben Rückschläge mit Werbung erlitten. Als die Hamburger vor einem Jahr erste Anzeigen schalteten, hagelte es Proteste der Premiumkunden. Das Unternehmen musste sich entschuldigen und die Werbung auf die Basiskunden beschränken, für die der Service gratis ist. Nicht einmal zwei Millionen Euro brachten die Anzeigen in diesem Jahr dem Netz ein, in dem Kunden aus meist beruflichen Gründen verknüpft sind.
Wenn ein Web-2.0-Anbieter wie Xing Gewinn macht, dann stören auch die hohen Kosten nicht so sehr. Sechs Millionen Euro zahlte das Netzwerk in den ersten neun Monaten dieses Jahres für Gehälter, dazu fast drei Millionen für IT-Dienstleistungen und Server. Die Kosten der Technik fallen geringer aus als bei den meist privat genutzten Netzwerken, weil die Nutzer weniger Bilder und damit geringere Datenmengen durch die Leitungen schieben.
Xing könnte freudig vor sich hin werkeln, doch auch das Erfolgsunternehmen plagen Sorgen. Gerade erst wechselte Vorstandschef und Gründer Lars Hinrichs in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger, Ex-Ebay-Deutschland-Chef Stefan Groß-Selbeck, muss das Problem lösen, dass ein Drittel der Nutzer aus Deutschland stammt, die Nische der Business-Netzwerke im lukrativen US-Markt aber durch Linkedin schon besetzt ist. Linkedin wollte bereits 2006 eine deutsche Version bringen, noch in diesem Frühjahr hatte Europa-Chef Kevin Eyres diese Ankündigung noch einmal wiederholt – passiert ist immer noch nichts. Linkedin hat sich im Juni und Oktober frisches Kapital in Höhe von 75 Millionen Dollar geholt, damit flossen insgesamt 100 Millionen Dollar in das Unternehmen. Intern ist Linkedin mit einer Milliarde Dollar bewertet. So wird auch wieder darüber spekuliert, dass Linkedin Xing übernimmt.
„Vielleicht ist das ein Modell für die Zukunft, gegen Entgelt werbefreie Seiten anzubieten“, sagt Andreas Hauenstein, Gründer des Lokalisten-Netzwerkes aus München. Wie andere Anbieter auch, überlegen die Macher des Netzwerkes, an dem ProSiebenSat.1 die Mehrheit hält, ob für neue Services künftig Geld verlangt werden könnte. Doch alle zögern, solange Wettbewerber ihre Dienste weiterhin kostenlos anbieten. „Wir wollen nicht die Ersten sein, die damit scheitern“, sagt Hauenstein.
Derweil geht Facebook-Chef Zuckerberg in die Vorwärtsverteidigung. Denn die Web-2.0-Krise birgt auch Möglichkeiten, weil zahlreiche Wettbewerber aufgeben werden. „Unternehmen, die einen wertvollen Service bieten, werden die dunklen Tage überleben“, meint Wagnisfinanzierer Gilman Louie. Der ehemalige Chef des CIA Wagniskapitalfonds In-Q-Tel glaubt, dass die gegenwärtige Krise für wagemutige Unternehmer sogar eine große Chance sein könne.














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Alle Kommentare lesen10.02.2009, 23:32 UhrAnonymer Benutzer: Consi Micaletto
scheiss andreas barthel
01.12.2008, 22:05 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
@Herrn barthel: Auch das ist schön am internet, dass man mit seiner Meinung nicht allein sein muss :-)
ich bin nicht ganz so sicher, ob man pauschal sagen kann, dass die informationsqualität im internet stets abnimmt. Vielleicht im Durchschnitt betrachtet ja, aber vielleicht ist es so wie mit dem Wein: es gibt immer mehr billigwein, aber die richtig noblen Sorten werden immer teuer bleiben und ihre treue Kundschaft finden.
Nun kann ich mich noch an Zeiten erinnern, als um 11:00 die einzigen verfügbaren Fernsehprogramme auf Testbildschalteten, die Läden um 18:30 alle geschlossen wurden und außer einer Handvoll von Radiosendern und Zeitungen keine sonstigen informationsquellen angeboten wurden. Um eine ausländische Zeitung zu bestellen, musste man schon im voraus wissen, welche man lesen will. Da konnte man viel falsch machen.
ich denke, das internet wird immer mehr das Abbild des täglichen Lebens werden. internet bietet per se keine impulse für persönliche Entwicklung und bildung. Man muss schon wissen, wo und wonach man sucht – dann findet man das auch. Die breite Masse wird – ähnlich wie es beim Fernsehen der Fall ist – mit Low-Profile-Massenangeboten unterhalten und bleibt in ihrer Entwicklung weiterhin stehen.
Wir werden also eine Zweiklassen-Gesellschaft haben, die aber der real existierenden (wenn man das überhaupt so postulieren kann) Gesellschaft ebenbürtig wird und somit semantisch irrelevant wird. Es wird gute Nachrichtenangebote geben, die von „aufgeklärten“ Usern angesteuert werden, und es wird bild-Ware geben für den Rest. Die "Elite" (um dies eimal als Gedangenkürzel zu mißbrauchen) findet zueinander, die intelektuelle Unterschicht sowieso. Somit wird die Zukunft die Vergangenheit rechts überholen und trotzdem hinter ihr zurückbleiben…
01.12.2008, 21:49 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
@meinereiner: der Link führt auf eine Seite, die ich bereits gestern gefunden habe – dort ist der Artikel für $10 zu kaufen… Was mir aber noch aufgefallen ist: der Artikel stammt aus dem Jahre 1997 – was damals in Sachen internet verbreitet wurde, erfüllt mich häufig mit Skepsis – vor allem vor dem Hintergrund der Ereignisse der darauffolgenden Jahre
ich benutze auf meinem Laptop ebenfalls die 1920x1200 – Auflösung. Spiegel Online lese ich allerdings selten. Doch nun habe ich es ausprobiert – und nichts gesehen. Allerdings habe ich das gleich noch mal mit iE ohne Werbeblocker noch mal versucht – in der Tat, hässliche Werbung!!! bitte tun Sie sich den Gefallen und verfahren wie folgt:
- benutzen Sie Firefox Version 3 (zu anderen browsern kann ich momentan nicht viel sagen)
- installieren Sie den Werbeblocker Adblock Plus von hier: http://adblockplus.org
- installieren Sie den Flashblocker von hier http://flashblock.mozdev.org
Vielleicht werden Sie anfangs ein paar Mal ihre Lieblingsseiten wie youtube ansteuern und den Flashblocker pauschal für diese Seiten abstellen. Doch es lohnt sich – das internet ist schön ohne Werbung!!!
Was die Klick-Werbung betrifft: wir betreiben ausschließlich Per-Klick-Werbung. Die Per-View-Werbung ist nur für Massenware sinnvoll. Es kommen auch besucher vorbei, da wir allerdings gehen sie sofort wieder. ich vermute, dass sie versehentlich auf den Link klicken, bevor sie realisieren, dass es sich dabei um Werbung handelt. im nächsten Augenblick verlassen sie die Seite, noch bevor sie richtig sichtbar wurde. Profis eben.