Kommentare zu: Web 2.0: Der Wettlauf ums Überleben hat begonnen

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9 Kommentare
  • 30.11.2008, 12:28 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Die sogenannten "sozial networks" sind wie Punk Rock: momentan modisch, aber in ein paar Jahren vergessen. Geschäftsmodelle, die rein auf Werbung aufbauen, machen einfach keinen dauerhaften Sinn. Wir sehen das im TV: wenn man Wachstum will (und jedes Unternehmen will es ja), dann werden die Verbraucher zunehmend mit Werbung bombardiert, bis sie irgendwann entweder ganz abschalten oder sich TiVo zulegen.

    Erfahrene internetuser sehen selektiv und merken nichts von der Werbung. Werbung wird von den Usern zunehmend mißtrauisch beäugt und entweder ignoriert oder durch Werbeblocker (funktionieren hervorragend!) abgestellt.

    Facebook ist solch ein beispiel. Solange Kiddies die Masse bilden und PR-Agenturen punktuell ihre Kunden dort hineinsetzen, wird Werbung angeklickt. irgendwann beruhigt sich die Kundschaft, wird erwachsener, und klickt nicht mehr. Sie schaut gar nicht mehr hin!

    Sobald sich das herumspricht, hören die PR-Leute auf, ihr Geld in diese Plattformen zu pumpen, und dann ist es vorbei.

    Nicht alle leben nur von Werbung - Xing und Linkedin verlangen Geld für die Mitgliedschaft. Dank dieser einfachen Maßnahme bleibt die unreife Teenager-Masse erst einmal draußen, und das hilft, das Angebot weiter seriös zu gestalten. Solche Unternehmen werden die Krise überleben, fragile Modelle wie Facebook oder Twitter dagegen nicht. Und schon gar nicht sind sie $15 Mrd. wert 8-)

  • 30.11.2008, 13:34 UhrAnonymer Benutzer: Meinereiner

    @Haegar:
    Was deine Meinung mit selektiv sehen angeht, so sieht die Wissenschaft sieht das anders.

    Hier ein Zitat von Shapiorio et al ueber the effects of incidential ad exposure on the formation of consideration sets

    "Our findings indicate that an advertisement
    has the potential to affect future buying decisions even if
    subjetcs, who are preoccupied with another task, do not
    process the ad attentively and, thus, do not recollect ever
    having seen the ad."

    Desweiteren, kommen ja immer wieder "kiddies" nach. Der eine oder andere wird eventuell "erwachsen" aber dafuer tritt ja auch wieder ein neuer Student in die Uni ein, oder ein neuer Schueler in die Schule...

  • 30.11.2008, 19:15 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @ Meinereiner: vielen Dank für den interessanten Hinweis.

    Das Schöne am internet ist natürlich, dass man immer eine Gegenmeinung findet, wenn man danach sucht. z.b.: "Why online ads do not work" Link: http://www.alleyinsider.com/2007/08/confirmed-web-u.html , oder Auszüge aus einer wissenschaftlichen Studie über Augenbewegungen beim Web-Surfen , "Web Users ignore Ads", Link: http://www.alleyinsider.com/2007/08/confirmed-web-u.html

    Es wäre wirklich interessant, das Paper von Shapiro zu lesen, es ist aber nicht frei erhältlich. Meine Zweifel werden insbesondere dadurch genährt, dass es sich hierbei a) um US-Marketing-Leute handelt, die ihr Geld mit Sicherheit nicht durch einen beweis verdienen können, dass Online-Ads nicht funktionieren, und b) durch den scheinbaren Focus dieses Artikels (generell, nicht speziell auf Web).

    Und c) durch eigene Erfahrungen. Auch wenn ich einen Kopfstand mache und mit den Füssen klatsche - ich kann mich nie an irgend welche Anzeigen online erinnern. Sogar wenn ich den blocker abschalte (ich kann das Ding für jeden empfehlen - es ist ein simples Firefox-Plugin).

    Außerdem mache ich für meine Firma selbst seit mehreren Jahren internet-Werbung (Google-Adwords), und die Effektivität dieser Werbung ist trotz einer Fülle verschiedener Maßnahmen überraschend gering.

    Da ich nun seit 1992 online bin, stelle ich vielleicht nicht den typischen Fall dar. Mein Eindruck ist aber eben, dass es einfach ist, im Unterschied zu großformatiger Werbung an Hauswänden, Online-Werbung mental auszublenden. Mit steigender Erfahrung als Web-User werden wir darin schnell immer besser. Das ist aus meiner Sicht der Dolchstoß für internet-Geschäftsmodelle, die sich von Werbung ernähren.

  • 01.12.2008, 00:33 UhrAnonymer Benutzer: JS

    Wenn ich tagtäglich erlebe, wie man bei Xing miteinander umgeht und wie diese Firma den Support abwickelt, dann frage ich mich, ob diese Art Networking etwas ist, was überleben sollte.

    Mobbing, Rufschädigungen, beleidigungen und ein zahnloser Support mit Augenbinde.

    Traurig... aber wahr.

    Vielleicht wird es ja mit dem neuen CEO besser. Es wäre den Mitgliedern zu wünschen.

  • 01.12.2008, 15:01 UhrAnonymer Benutzer: Andreas Barthel

    der Meinung von Herrn Hägar Schmidt schliesse ich mich an - noch besser meine Erfahrungen decken sich mit seinen. Nur spannende wirlkilcih gute informationen/artikel etc kommen an. Aber leider nimmt die Qualität der information stetig ab. Dies kann man selbst in den renomierten Tageszeitungen beobachten. Dafür wird viel "minded information" produziert - mit Modewörtern und Aussagen die weit von der Realistät entfernt sind - Wunschdenken -.

    in vielen blogs und Foren sind die informationen veraltet und falsch. deshalb meine Überlegung, ob das internet nicht zu einer Datenübertragungs- und Präsentationsplattform degeneriert?

    Wie sehen Sie die Zukunft?

  • 01.12.2008, 17:41 UhrAnonymer Benutzer: meinereiner

    @ Haegar
    Der Artiklel kann unter http://www.journals.uchicago.edu/doi/pdf/10.1086/209496 gefunden werden. ich weiss jedoch nicht, ob auf den link ausserhalb von Universitaets Netzwerken zugegriffen werden kann.

    Er bezieht sich natuerlilch auf reale Umgebungen und es ist fraglich ob er auch im internet Geltung findet.

    Wie dem auch sei, erwische ich mich dennoch hinundwieder wie ich einer bannerwerbung Aufmerksamkeit schenke. Gerade auf Spiegel Online passiert es hinundwieder. Diese sind naemlich auf Grund meiner bildschirmaufloesung (1920x1200) ziemlich praesent, da auf dem Header und an der Seite. ich kann jedoch nicht sagen, ob der Grund weswegen ich sogar manchmal die Ads klicke nicht doch nur darauf basiert, dass ich als Marketing Stundent mich dafuer interessiere was sich dahinter verbirgt.

    Wie dem auch sei, gehe ich davon aus, dass Ads ziemlich uneffektiv sind, solange sie nur auf Views beruhen. Klickraten, jedoch sind eindeutig. Eine Anzeige wird geklickt - oder nicht. Und der Werbende bezahlt auch nur fuer jeden Klick.

  • 01.12.2008, 21:49 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @meinereiner: der Link führt auf eine Seite, die ich bereits gestern gefunden habe – dort ist der Artikel für $10 zu kaufen… Was mir aber noch aufgefallen ist: der Artikel stammt aus dem Jahre 1997 – was damals in Sachen internet verbreitet wurde, erfüllt mich häufig mit Skepsis – vor allem vor dem Hintergrund der Ereignisse der darauffolgenden Jahre 

    ich benutze auf meinem Laptop ebenfalls die 1920x1200 – Auflösung. Spiegel Online lese ich allerdings selten. Doch nun habe ich es ausprobiert – und nichts gesehen. Allerdings habe ich das gleich noch mal mit iE ohne Werbeblocker noch mal versucht – in der Tat, hässliche Werbung!!! bitte tun Sie sich den Gefallen und verfahren wie folgt:

    - benutzen Sie Firefox Version 3 (zu anderen browsern kann ich momentan nicht viel sagen)
    - installieren Sie den Werbeblocker Adblock Plus von hier: http://adblockplus.org
    - installieren Sie den Flashblocker von hier http://flashblock.mozdev.org

    Vielleicht werden Sie anfangs ein paar Mal ihre Lieblingsseiten wie youtube ansteuern und den Flashblocker pauschal für diese Seiten abstellen. Doch es lohnt sich – das internet ist schön ohne Werbung!!!

    Was die Klick-Werbung betrifft: wir betreiben ausschließlich Per-Klick-Werbung. Die Per-View-Werbung ist nur für Massenware sinnvoll. Es kommen auch besucher vorbei, da wir allerdings gehen sie sofort wieder. ich vermute, dass sie versehentlich auf den Link klicken, bevor sie realisieren, dass es sich dabei um Werbung handelt. im nächsten Augenblick verlassen sie die Seite, noch bevor sie richtig sichtbar wurde. Profis eben.

  • 01.12.2008, 22:05 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Herrn barthel: Auch das ist schön am internet, dass man mit seiner Meinung nicht allein sein muss :-)

    ich bin nicht ganz so sicher, ob man pauschal sagen kann, dass die informationsqualität im internet stets abnimmt. Vielleicht im Durchschnitt betrachtet ja, aber vielleicht ist es so wie mit dem Wein: es gibt immer mehr billigwein, aber die richtig noblen Sorten werden immer teuer bleiben und ihre treue Kundschaft finden.

    Nun kann ich mich noch an Zeiten erinnern, als um 11:00 die einzigen verfügbaren Fernsehprogramme auf Testbildschalteten, die Läden um 18:30 alle geschlossen wurden und außer einer Handvoll von Radiosendern und Zeitungen keine sonstigen informationsquellen angeboten wurden. Um eine ausländische Zeitung zu bestellen, musste man schon im voraus wissen, welche man lesen will. Da konnte man viel falsch machen.

    ich denke, das internet wird immer mehr das Abbild des täglichen Lebens werden. internet bietet per se keine impulse für persönliche Entwicklung und bildung. Man muss schon wissen, wo und wonach man sucht – dann findet man das auch. Die breite Masse wird – ähnlich wie es beim Fernsehen der Fall ist – mit Low-Profile-Massenangeboten unterhalten und bleibt in ihrer Entwicklung weiterhin stehen.

    Wir werden also eine Zweiklassen-Gesellschaft haben, die aber der real existierenden (wenn man das überhaupt so postulieren kann) Gesellschaft ebenbürtig wird und somit semantisch irrelevant wird. Es wird gute Nachrichtenangebote geben, die von „aufgeklärten“ Usern angesteuert werden, und es wird bild-Ware geben für den Rest. Die "Elite" (um dies eimal als Gedangenkürzel zu mißbrauchen) findet zueinander, die intelektuelle Unterschicht sowieso. Somit wird die Zukunft die Vergangenheit rechts überholen und trotzdem hinter ihr zurückbleiben…

  • 10.02.2009, 23:32 UhrAnonymer Benutzer: Consi Micaletto

    scheiss andreas barthel

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