Finanzkrise: WestLB: Es gab frühzeitig Hinweise auf drohende Verluste

Finanzkrise: WestLB: Es gab frühzeitig Hinweise auf drohende Verluste

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Der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Alexander Stuhlmann

WestLB-Chef Alexander Stuhlmann hatte schon deutlich früher als bislang bekannt konkrete Hinweise auf drohende Verluste der WestLB durch ihr Engagement in Wertpapiere, die von der Finanzkrise betroffen sind. Dies geht aus internen Papieren hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegen.

Wie aus den internen Berichten des Risikomanagements der Bank vom 23. Juli, 30. Juli und 3. August 2007 hervorgeht, die der WirtschaftsWoche vorliegen, wurde Stuhlmann detailliert von Beginn an über die Risiken informiert. Stuhlmann hatte am 26. Juli den Vorsitz der Bank übernommen. Doch statt sich frühzeitig von den risikoreichen Papieren zu trennen, als der Markt noch nicht zusammen gebrochen war, verkaufte Stuhlmann nach Informationen der WirtschaftsWoche Anfang August nur einen kleinen Teil der gefährdeten Papiere im niedrigen einstelligen Milliardenbereich.

Im Bericht vom 30. Juli – der erste, in Stuhlmanns Amtszeit – heißt es, das Szenario der sich ausdehnenden Krise „könnte als typische Flucht in Richtung Qualität beschrieben werden“. Dafür gebe es „zunehmende Anzeichen“. Für die WestLB würde dies „einen geschätzten potenziellen Verlust von 929 Millionen Euro“ darstellen. Die Risikomanager sahen weitere Gefahren. „Die WestLB wird eventuell den außerbilanziellen Zweckgesellschaften Liquidität zuschießen müssen und die Möglichkeit, zusätzliches Kapital nachzuschießen wird zur Zeit diskutiert“, heißt es in der Analyse. Dennoch stellt Stuhlmann am 30. August ein positives Jahresergebnis der WestLB in Aussicht. Im nächsten Bericht vom 3. August schätzen die Risikomanager den potenziellen Verlust schon auf 993 Millionen Euro. Diese Summe „ist im Wochenvergleich um sieben Prozent gestiegen“, resümieren sie. Dennoch wird eine Meldung des „Spiegel“ vom 6. März dementiert, der über Bewertungsrisiken in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro berichtet.

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Angesprochen auf die konkreten Hinweise in den Risikoberichten reagierte Stuhlmann im Gespräch mit der WirtschaftsWoche gereizt. „Wir haben uns nicht anders verhalten als andere. Wir sind sehr verantwortungsvoll mit der Finanzkrise umgegangen, haben im Vorstand alle Handlungsalternativen regelmäßig diskutiert, die zuständigen Gremien informiert und unsere Entscheidungen sorgfältig abgewogen.“ 

Aus der Bank erfuhr die WirtschaftsWoche , dass Stuhlmann noch so lange im Amt bleiben will, bis der Geschäftsbericht für 2007 vom Wirtschaftsprüfer testiert ist. Das wird am 23. April sein. Stuhlmann werde seinen Vertrag in keinem Fall verlängern, heißt es in  WestLB-Kreisen. Risiken der Bank im Umfang von 23 Milliarden werden, wie bereits bekannt, in eine Zweckgesellschaft ausgegliedert. Ein Paket in Höhe von 7 Milliarden Euro bleibt bei der Bank. Gut ein Drittel sind staatlich garantierte US-Studentenkredite, sagte Stuhlmann gegenüber der WirtschaftsWoche.

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