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Finanzkrise: Zeit für ein deutsches Auto-Rettungspaket

von Thomas Katzensteiner

Nachdem in den USA das Rettungspaket für die Autoindustrie im Senat gescheitert ist, starrt alle Welt gespannt auf die US-Hersteller – doch die Branche und ihre Zuliefererstrukturen sind längst global vernetzt. Und so könnte schon bald auch an einem deutschen Auto-Rettungspaket kein Weg mehr vorbei führen. Je früher es käme, desto besser. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Über den Sinn und Unsinn staatlicher Hilfen ist in den vergangenen Wochen hinlänglich diskutiert worden. Klar ist: Es gibt hier kein Schwarz und Weiß: Einerseits kann es keinen Steuerzahler auch nur halbwegs zufrieden zurücklassen, wenn jetzt grobe Fehler von hoch bezahlten Managern mit Steuergeldern ausgebügelt werden. Andererseits stehen Hunderttausende, weltweit sogar Millionen Jobs von Menschen auf dem Spiel, die keine Schuld trifft am Versagen ihrer Chefs oder – wie im Fall der Zulieferer - ihrer Kunden.

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Opel ist so ein Fall, über den sich trefflich streiten lässt: Soll man der US-Konzernmutter General Motors, deren Management nachhaltig versagt hat, indirekt unter die Arme greifen, indem man jetzt Opel stützt? Andererseits: Soll man das Opel-Management und tausende Mitarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass Opel im Kern wieder einigermaßen gesund und wettbewerbsfähig ist, jetzt gemeinsam mit GM abstrafen, indem man Opel eine Bürgschaft verweigert für den Fall, dass von GM kein Geld mehr fließt, das Opel zusteht?  

Die Antwort kann hier nur lauten: Die Bürgschaft ist das kleinere Übel und deshalb sollte die Bundesregierung nicht länger zögern, eine solche – verbunden mit strengen Auflagen – auch zu gewähren.

Das allein könnte aber noch zu wenig sein. Was derzeit in der Autoindustrie passiert, ist beispiellos und es ist, anders als manche behaupten, nicht nur das Ergebnis einer verfehlten Modellpolitik.  Eine handfeste Rezession, wie wir sie gerade erleben, reißt die ganze Branche nach unten. Besonders hart trifft das die Zulieferer. Während die Liquidität von Daimler, BMW und VW immer noch ausreicht, um auch eine länger anhalten Flaute durchzustehen, stehen in Deutschland schon jetzt mehrere Dutzend Zulieferer mit dem Rücken zur Wand und sind akut von der Insolvenz bedroht.

Zum Teil können ihnen die Hersteller helfen, etwa indem sie Zahlungshorizonte verkürzen oder Investitionszuschüsse gewähren. In den Fällen, in denen das nicht reicht, sollte der Staat aber ernsthaft erwägen, den Betroffenen mit frischem Geld zu helfen – schnell.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.12.2008, 14:19 UhrAnonymer Benutzer: grassus

    Es ist doch eine tatsache, dass die Autoindustrie weltweit 25% Überkapazitäten hat, also weg damit. Die Milliarden für GM und Co. sind jetzt schon unwiderbringlich weg, dass weiss selbst bush, aber man versucht die party weiterlaufen zu lassen, damit die Cleveren nochmal absahnen können. brot und Spiele hiess dies im alten Rom, dort ging es mehrere Jahrzehnte gut, heute geht alles schneller, wir haben max. noch 18 Monate, dann bricht das Weltwährungssystem zusammen, erst der dollar, der eigentlich jetzt schon kollabieren müsste, dann alles andere auch. Nach dem sich der rauch verzogen haben wird, wird es sehr aufregend...

  • 13.12.2008, 07:46 UhrAnonymer Benutzer: Vates

    Die bundesregierung soll die Opel GmbH kaufen und anschließend als AG an die börse bringen. Die Opelaner sagen, daß sie das Know How haben.

  • 12.12.2008, 21:02 UhrAnonymer Benutzer: bewian

    Rettungspaket hört sich, an als gebe es noch was zu retten. So wie das im Moment abläuft klappt das bestimmt nicht. Die virtuell erzeugten billionen der Zocker sind nicht abzusichern. Schon ein paar Jahre vor Krisenbeginn mussten immer mehr Menschen und Familien mit staatlicher Unterstützung abgesichert werden. Es waren also immer mehr Käufer auf Kredit angewiesen um sich ein Auto oder sonstige Wirtschaftsgüter zu kaufen. Der reale Wirtschaftskreislauf funktionierte überwiegend nur noch auf Pump. Somit war es nur noch eine Zeitfrage, wann das System nicht mehr in der Lage ist die Zinslasten zu tragen. Zinsen kassieren übrigens nur die, die über massenhaft überflüssiges Kapital verfügen das nicht für den Konsum eingesetzt wird. Dieses "überflüssige Geld" soll dann bei der Finanzanlage möglichst risikolos hohe Renditen erwirtschaften. Nach und nach sind alle auf diesen "Zug aufgesprungen" und haben mit ihrer Gier den Kollaps des Systems vorschnell verursacht. Wir brauchen kein "Autorettungspaket", wir brauchen mehr Geld für Konsumenten, Mindestlöhne, mehr planbare Arbeitsplatzsicherheit, dann läuft der Laden auch wieder. Warum werden die banken mit billionen gestützt, wenn der Verbraucher nicht sicher ist seinen Kredit zurück zahlen zu können. Er wird keinen mehr aufnehmen, somit wird der Geldkreislauf dauerhaft gestört bleiben. Es werden die falschen unterstützt. Die banken geben nur Darlehen wenn das Risiko kalkulierbar ist (beim Zocken war das was anderes, das war Gier). Wenn die Konsumenten in dieser Krise massiv mit Geld versorgt würden, könnte die Wende gelingen. inflation gehört übrigens zum System. Also keine Angst davor, früher oder später ist es sowieso in unserem Zinssystem unvermeidlich mal wieder eine neue "Währung" einzuführen.

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