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Finanzmarkt: Deutsche Bank will Postbank übernehmen

von dpa/rtr

Nach dem Kauf der Dresdner Bank durch die Commerzbank bahnt sich auf dem deutschen Bankenmarkt eine neue Milliardenübernahme an: Die Deutsche Bank will die Postbank übernehmen.

ARCHIV - Josef Ackermann, Quelle: dpa
ARCHIV - Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, steht lachend vor den Doppeltürmen der Deutschen Bank in Frankfurt am Main (Archivfoto vom 17.11.2006). Millionengehalt, Siegeszeichen im Gerichtssaal und Entlassungen trotz Rekordgewinn: Josef Ackermann hatte über Jahre das Image als Buhmann der Deutschen gepachtet. Doch in den seit Monaten nervösen Finanzmärkten wurde der Deutsche-Bank-Chef zu einem Ruhepol - und gewann so auch über die Bankenbranche hinaus manchen Sympathiepunkt zurück. An diesem Donnerstag (07.02.2008), dem Tag der Bilanzvorlage der Deutschen Bank, wird der Schweizer 60 Jahre alt. Foto: Boris Roessler dpa/lhe (zu dpa-Korr: "Vom Buhmann zum gefragten Kenner: Deutsche-Bank-Chef Ackermann wird 60" vom 05.02.2008) (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa
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Die Deutsche Bank und Postbank-Mutter Deutsche Post bestätigten am gestern Abend fortgeschrittene Gespräche über einen Einstieg der größten deutschen Bank. Ob die Gespräche allerdings tatsächlich zu einem Abschluss führen werden, ist nach Mitteilungen der beiden Konzerne aber noch offen.

Mit rund 14,4 Millionen Kunden ist die Postbank gemessen an der Zahl die größte Privatkundenbank in Deutschland. Das Geldinstitut ist an der Börse im Aktienindex Dax gelistet - der Marktwert liegt zur Zeit bei mehr als sieben Milliarden Euro, wegen der Börsenturbulenzen infolge der Finanzmarktkrise deutlich weniger als noch vor einem Jahr.

In Finanzkreisen heißt es, dass sich beide Seiten im Grundsatz auf einen Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank geeinigt hätten. Letzte Details seien aber noch offen und es sei noch nichts unterschrieben. Es wird erwartet, dass bei einer morgigen Sitzung des Post-Aufsichtsrates eine Entscheidung über den seit Monaten diskutieren Verkauf der Postbank fallen wird. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass bei einer Veräußerung der Postbank Tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen.

Post-Chef Frank Appel hatte im Juni den Startschuss für den Verkauf seiner Bank-Tochter gegeben und angekündigt, der Konzern trete im Sondierungsprozess in eine „intensivere Phase“ ein. Die Finanzmarktkrise, fallende Aktienkurse und Bewertungsschwierigkeiten hatten eine rasche Entscheidung aber verhindert. Die Gespräche mit der Deutschen Bank waren vor einigen Wochen zum Erliegen gekommen, da die Preisvorstellungen zu weit auseinanderklafften. Das Interesse der Deutsche Bank bestand jedoch weiterhin.

Im ersten Schritt weniger als 30 Prozent

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte gestern bei der „Handelsblatt“-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt dieses bekräftigt: „Zum Thema Postbank haben wir immer gesagt, dass die Postbank für uns ein Institut ist, was uns in vieler strategischer Hinsicht stärken könnte - sowohl im Privatkundenmarkt als auch als Distributionsnetz. Daran hat sich nichts geändert.„ Politische Preise will der Dax-Konzern für die Postbank aber nicht zahlen: Die Deutsche Bank gehe „weiter mit hoher Disziplin vor“.

Nach Informationen des Bonner „General-Anzeiger“ will die Deutsche Bank zunächst bei der Postbank mit einem Anteil von 29,75 Prozent einsteigen. Darüber hinaus wolle sich die Frankfurter Großbank ein Vorkaufsrecht für die restlichen Postbank-Anteile der Post sichern.

Auch in Kreisen des Post-Kontrollgremiums hieß es zuletzt, dass das Frankfurter Geldhaus wohl zunächst einen Anteil von unter 30 Prozent erwerbe und so kein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre abgeben müsste. Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank soll diesem Bericht zufolge ein entsprechendes Angebot bereits genehmigt haben.

Angesichts des ungünstigen Börsenumfeldes erwarten Finanzexperten, dass die Deutsche Post Zugeständnisse beim Preis machen muss. Der Versicherungskonzern Allianz hatte mit der Commerzbank kürzlich vereinbart, dass die Frankfurter Bank die Dresdner Bank für insgesamt 9,8 Milliarden Euro übernimmt.

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