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Finanzmarkt: Post verkauft Postbank an Deutsche Bank

von dpa/rtr/AP

Die zweite große Bankenfusion innerhalb von nur zwei Wochen ist perfekt: Die Deutsche Bank übernimmt laut Finanzkreisen die Postbank.

Deutsche-Post-Chef Frank Appel Quelle: dpa
Deutsche-Post-Chef Frank Appel Quelle: dpa

Das Institut übernimmt in zwei Schritten die Tochter der Deutschen Post. Aus informiereten Kreisen heißt es, dass der Preis für den Teilkauf bei „mehr als 2,5 Milliarden Euro“ liege.

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Nach dem ersten Teilverkauf könnten beide Seiten innerhalb von zwei Jahren einen weiteren Kauf beziehungsweise Verkauf vornehmen. Damit habe die Deutsche Bank ein Vorkaufsrecht auf die weiteren Anteile. Laut Berichten will die Deutsche Bank zunächst nur 29,75 Prozent erwerben.

Mit der Deutschen Bank hat Post-Chef Frank Appel seinen Favoriten duchgesetzt. Bis zuletzt hatte der Vorstand über zwei Angebote beraten, wie das "Handelsblatt" meldete. Der Aufsichtsrat soll morgen die Vereinbarung beschließen, wie es aus den Kreisen heiter hieß. „Eine Annahme ist zu erwarten.“

Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank. Die spanische Bank Santander wollte das komplette Aktienpaket kaufen und eine Übernahmeofferte für die freien Aktionäre vorlegen. Appel bevorzugte aber das deutsche Angebot, weil er sich spätere Kursgewinne für die verbleibende Beteiligung an der Postbank erhoffe, hieß es in dem Bericht weiter.

Erstmals hatte Ende 2007 die damalige Post-Chef Klaus Zumwinkel angedeutet, die Post AG könne sich von ihrer Mehrheit an der Postbank trennen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte daraufhin schon früh offen Interesse an der Übernahme des Geldinstituts bekundet, das sich vor allem durch einen Stamm von etwa 14,5 Millionen Privatkunden auszeichnet.

Bei den Verhandlungen um die Zukunft der Postbank drängte die Deutsche Post Finanzkreisen zufolge darauf, über den anstehenden Verkauf eines Minderheitsanteils hinaus einen klaren Zeitplan mit belastbaren Zahlen festzuzurren. Es solle einen eindeutigen Zeitplan mit klaren Call- und Put-Optionen geben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.

Zwei Jahre für die Deutsche Bank

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, die Deutsche Bank solle zwei Jahre Zeit bekommen, um nach ihrem Einstieg bei der Postbank auch die übrigen Anteile zu übernehmen.

Auch nach einem Verkauf solle es wenig Änderungen für die Postbank geben. Die Post solle weiterhin Zugang zum Filialnetz haben. Details zu dem Paket seien aber noch offen. Eine Sprecherin der Post wollte die Angaben nicht kommentieren.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Post machen indes Front gegen den Verkauf. Sie werden einen solchen nach den Worten von Verdi-Chef Frank Bsirske ablehnen. „Die Arbeitnehmerbank bei Post und Postbank wird einem Verkauf nicht zustimmen“, sagte Bsirske. Verdi sehe keinen Mehrwert eines Verkaufs für die Post, da die Postbank rund eine Milliarde Euro pro Jahr zum Konzerngewinn beisteuere. Zudem würden viele Arbeitsplätze unter Druck geraten.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.09.2008, 19:28 UhrAnonymer Benutzer: Christian

    ...eben, vor nicht all zu langer Zeit hat es der Ackermann quasi als unschick und fast unverständlich empfunden, sich noch mit diesen kleinen Privatkunden herum zu schlagen, sic... aber da die Gier bei Aktiengesellschaften kein Ende findet... von den ca. 14 Millionen Postbankkunden hat die Deutsch bank seit 4 Wochen schon jetzt einen weniger, nämlich mich. ich brauche jedenfalls keinen bornierten bankchef.

  • 12.09.2008, 15:15 UhrAnonymer Benutzer: Harry Gambler

    Schon erschreckend auf welch niedrigem Niveau der Postbankverkauf in Deutschland nach dem Fall Dr. Zumwinkel diskutiert wird. Sein „Ziehsohn“ von McKenzie hat nun den Tafelsilberauskauf bei der Deutschen Post World Net eingeleitet.
    Die Potsbank AG war ein Renner, denn sie hatte alleine fast nur die kleinen Leute mit ihrem Girokonto und Sparbuch zur Stammkundschaft. Eine Klientel übrigens, die Deutsche bank in ihrem Größenwahnrausch der 90er Jahre aufgegeben hat und jetzt reumütig das „Sparbuch der Oma“ wieder entdeckt hat.
    Da bei der Post DHL USA ein gigantisches Verlustgeschäft ist, braucht man Geld zur Deckung der Löcher. Dazu kommt die sich schlecht entwickelnde bereiche Logistik und Paketdienst, die eigentlich nur durch den EXEL-Kauf gerettet werden konnten. “Post kauft Exel für 5,5 Milliarden Euro“*
    Der Paketdienst in Deutschland ist ein Flop geworden, kaputtes Management und unfähige betriebstellenleitungen wie in Rüdersdorf und börnicke durch beamte und ungelernte Ostverwaltungskräfte zeigen das Dilemma der Post generell auf, Vetternwirtschaft und dubiose Ostangestellte anstatt Fachleute.
    Dies hat dazu geführt, dass der briefdienst durch Korruption und Misswirtschaft mehr und mehr trotz den Monopolbestrebungen vom DGb in eine Schieflage kommt. briefe von und aus berlin zum beispiel sind teilweise bis zu 4 oder 5 Tagen unterwegs. Und Manager in der Topetage haben sich noch nie um Probleme vor Ort gekümmert, dazu fehlte ihnen immer die Zeit. Warum? Das wissen wir ja nun seit dem Fall Zumwinkel.

  • 12.09.2008, 14:48 UhrAnonymer Benutzer: Hillmar

    buster 47 hat das Problem voll erkannt. Der integrationsprozess wird entscheiden, ob der Deal zu einem Erfolg führt. Da man eigentlich aus Fehlern am meisten lernen kann, sollte man sich nicht scheuen, für diesen Post -Merger Prozess einen durchsetzungsfähigen Außenstehenden zu nehmen. Jürgen Schrempp, der allerdings als deutscher berater von Lehmann brothers noch voll beschäftigt ist, wäre dafür ein Wunschkandidat.

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