Finanzvermittler: Warum es AWD besonders hart trifft - Seite 6

Finanzvermittler: Warum es AWD besonders hart trifft

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Dass der erfahrene Läufer Maschmeyer, der einst niedersächsischer Meister auf der Mittelstrecke war, nun aufgibt und sich mit der neuen Rolle als Gefährte der Schauspielerin Veronica Ferres begnügt, glauben nur wenige. „Die Fusion der unabhängigen Finanzdienstleister ist ein lohnender Traum“, beharrte er im Januar in einem Interview. „Da kommt es auf ein Quartal mehr oder weniger nicht an.“

Gerüchten zufolge unternimmt Maschmeyer schon einen zweiten Anlauf und sammelt erneut heimlich MLP-Anteile. Bei seinem ersten Vorstoß vor einem Jahr hatten ihm ein geheimnisvoller Unbekannter und die Hamburger Berenberg Bank mit einem 15-Prozent-Paket geholfen.

Die Hanseaten halten derzeit offiziell 5,01 Prozent an MLP. Zu möglichen weiteren Engagements schweigen sie sich aus: „Wir geben zu unseren Beteiligungen keine Auskunft“, heißt es. Der AWD wehrt solche Mutmaßungen ab. Das Unternehmen kommentiere „Gerüchte und Spekulationen grundsätzlich nicht“.

Unterstützung könnte sich Maschmeyer auch vom zweiten neuen Swiss-Life-Großaktionär erhoffen. Talanx-Chef Herbert Haas hat sich erst im Frühjahr dieses Jahres knapp zehn Prozent an den Zürichern gesichert und sitzt nur einen Steinwurf von der AWD-Zentrale entfernt. Die neuen Konstellationen beflügeln Spekulationen. Immerhin verfügt das MLP-Lager um den 70-jährigen Lautenschläger über weniger als die Hälfte der Anteile. Noch gelobt Bruno Gehrig, der Verwaltungsratspräsident des neuen AWD-Eigentümers: „Swiss Life und Talanx werden unabhängig voneinander versuchen, mit MLP in der neuen Struktur zu kooperieren.“

Trotzdem registrieren Beobachter, wie häufig sich Maschmeyer derzeit öffentlich mit Talanx-Lenker Haas zeigt. Selbstredend gehörte der eher zurückhaltende 54-jährige Nachbar auch zur der Promi-Mannschaft auf der opulenten Party im Mai.

Talanx beteuert, mit dem Schweizer Engagement nur das bisherige Terrain in der umkämpften Finanzvermittlung zu verteidigen: „Wir wollten uns mit dem Einstieg die beiden Vertriebskanäle AWD und MLP sichern“, heißt es aus dem Unternehmen. Darüber hinaus tüfteln gemeinsame Arbeitsgruppen an kostensparenden Kooperationen etwa bei der Verwaltung von Riester-Verträgen.

Derzeit vermittelt der AWD für die Talanx-Lebensversicherungstochter HDI-Gerling rund ein Zehntel der Umsätze von 2,6 Milliarden Euro, MLP verkauft vier Prozent. Wie das Geschäftsvolumen mithilfe des AWD steigen kann, zeigte Behrens auf einer Investorenkonferenz im ver-gangenen Dezember: Der von AWD vermittelte Absatz von Swiss-Life-Produkten schnellte in den ersten zehn Monaten 2008 von 65 auf 137 Millionen Euro, ein Plus von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahres-zeitraum.

Maschmeyer weiß, dass alle seine Planspiele nur dann aufgehen können, wenn der AWD im Schlagabtausch mit den Wettbewerbern und im Kampf um die Vermittler Steher-Qualitäten beweist. Nicht umsonst heißt einer seiner Lieblingssprüche: „Auch bei Gegenwind muss es einen Sieger geben“ – einen Verlierer allerdings ebenso.

48 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.02.2010, 18:30 UhrAnonymer Benutzer: pete1

    Endlich sind die Strukturvertriebe in der Wirklichkeit angekommen ; Attribute wie "unabhängig" "Optimierung" "Auswahl unter allen Anbietern das beste" sind zumindest als Reklame endlich Geschichte ! ..und nicht nur die Grabenkämpfe untereinander ,das Zurudeln & Aufkaufen um noch größer & stärker dazustehen, trägt mittlerweile einer nicht mehr mit : der Kunde, denn der ließt auch Zeitung und schaut ins www und schüttelt fassunglos den Kopf und fragt bei seinem "Optimierer" jetzt mal tiefgründiger nach..baliose, Deutscher Ring, Signal iduna, Swiss Life ,DVAG,OVb, AWD..hier bringen sich einige um ihren sauer erworbenenden Ruf...Gott sei Dank besinnt sich der Kunde demnach wirklich an den zurück, den es immer (wenn auch kleiner..) an seiner Wohnecke gegeben hat ; den Mehrfachagenten, Makler, der (zu meist..) keinen Scientology mässigen Druck bei einer Analyse weitergibt..er analysiert und versucht einiges zu verbessern..mehr nicht..Gott sei Dank !

  • 06.10.2009, 02:28 UhrAnonymer Benutzer: Matthias

    www.arero.de von Prof. Dr. Weber Mannheim - Konzept weltweit 60% Aktien biP bezogen, 25 % Renten in €, 15 % Rohstoffe mit jährlichem reballancing nach biP und Anteilsaufteilung - 0% Aufgabeaufschlag (z.b. bei diba, aber auch codi oder dws) und einem TER von 0,45%!!! Transparent und unschlagbar kostengünstig - Finanzdienstleister, bankberater, Versicherungen zum Vermögensaufbau oder Altersvorsorge von SPD Mitgliedern und Lobbyisten wie Riester oder (AWD-) Rürup...??? nein danke

  • 24.08.2009, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: Ralf Gehrken

    Völlig RiCHTiG Herr Priester und ich setzte noch einen drauf!
    Hartz iV - Empfängern wird Riester verkauft - sie sparen es sich vom Munde ab...und was haben sie davon wenn die Alters-Rente kommt... Hartz iV läßt grüßen, dann werden die tollen "Renteneinkünfte" wieder verrechnet. Dies aber sind nicht die Vertriebe Schuld, sondern der Gesetzgeber hat eine Provisionsmaschine geschaffen die von diesen ausgenutzt werden.

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