Firmenjäger: Private-Equity-Branche: "Wir waren nie tot"

InterviewFirmenjäger: Private-Equity-Branche: "Wir waren nie tot"

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Stephan Illenberger, Deutschland-Chef von AXA Private Equity

von Mark Fehr

Firmenjäger feiern in Berlin einen neuen Übernahmeboom. Stephan Illenberger, Deutschland-Chef von AXA Private Equity, sprach mit wiwo.de über die Auferstehung der Finanzinvestoren sowie über Chancen und Risiken für die Branche.

wiwo.de: Herr Illenberger, Sie kommen gerade von einem längeren Telefonat, das Geschäft läuft also wieder. Sehen wir die Auferstehung der Finanzinvestoren nach der Krise?

Illenberger: Wir waren nie tot, sondern haben die Krise genutzt, um unsere Beteiligungsunternehmen fit zu machen. Die Fonds von AXA Private Equity haben schon 2009 wieder angefangen zu investieren.

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Doch die Branche lag in den zurückliegenden Jahren am Boden. Starten jetzt wieder die großen Übernahmen?

Ja, aber nicht um jeden Preis. Wir werden den Markt gründlich nach lohnenden Kandidaten durchleuchten und alles daran setzen, die richtige Wahl zu treffen.

Wo werden Sie investieren?

Infrastruktur ist ein interessantes Feld. In Italien besitzen wir bereits Anteile am Gasnetzbetreiber Enel. In Deutschland will Verkehrsminister Ramsauer die Autobahnen ausbauen, was wir mit Interesse beobachten. Bei Gelegenheit werden wir uns an Mautstrecken beteiligen. Wenn wir in Firmen investieren, gilt übrigens immer die Devise: Wir wollen die Mehrheit, um die Geschäftsmodelle der Portfoliounternehmen aktiv gestalten zu können. Wir sind keine Bank, die Geld verleiht und passiv abwartet, was damit passiert.

Vom Exportboom der deutschen Industrie wollen Sie nicht profitieren?

Wir profitieren bereits davon. Qualität made in Germany hat sich nach der Krise wieder als Exportschlager erwiesen, die hiesige Industrie hat einen Riesenschritt nach vorn gemacht.

Während der Boomphase 2006 und 2007 wurden zuletzt Mondpreise gezahlt. Jetzt sitzen Investoren und Targets auf Schuldenbergen.

Die Schuldenwelle, die angeblich in den kommenden Jahren die Private-Equity-Branche treffen soll, halte ich für ein Horrorszenario. Das Problem wird wesentlich kleiner sein als von vielen befürchtet. Beim bevorstehenden Exit aus den Investitionen der Hochphase erwarte ich Erlöse von durchschnittlich 150 Prozent der gezahlten Kaufpreise.

Woher nehmen Sie das Geld für künftige Deals?

Die Investoren rennen mir momentan die Tür ein. Einige Manager von Pensionsfonds wollen ihr Engagement bei AXA Private Equity verdoppeln. Solche Großfinanziers steckten bisher etwa drei Prozent ihrer Milliardenvermögen in Private-Equity-Fonds. Bald werden es rund sechs Prozent sein.

Die fetten Jahre kommen also wieder?

Nicht für jeden, denn die Branche steht vor einer Konsolidierungswelle. Etwa 20 Prozent der Private-Equity-Firmen werden keine neuen Fonds mehr auflegen können und aus dem Markt scheiden. Die Mitte bricht weg, übrig bleiben nur die Giganten und kleine Nischeninvestoren.

In welchem Segment wird sich AXA Private Equity wiederfinden?

Ganz klar bei den Großen. Dafür werden wir massiv wachsen.

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