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Fitness-Studios: Gesundes Volk

von hans-juergen.klesse@wiwo.de

Immer mehr Deutsche gehen ins Fitness-Studio – aber der Preisdruck wächst. Jetzt hofft die Branche sogar auf Geld von den Krankenkassen.

Fitness-Studio: Die meisten Clubs bieten mehr oder weniger das Gleiche,  dpa
Fitness-Studio: Die meisten Clubs bieten mehr oder weniger das Gleiche, Foto: dpa

Die Musik gibt den Takt, die blonde Trainerin Beatrice das Kommando: „Tief einatmen, tief ausatmen und jetzt marschieren.“ Die Knie gehen nach oben, der Oberkörper klappt nach vorn. „Seid ihr alle fit?“ Als Nächstes kommen die Beine dran. Was früher Kniebeugen waren, heißt heute Launches und dient der Stärkung der Oberschenkel – so lange, bis der Muskel brennt. Was die gut 20 Teilnehmer im Trainingsraum A des Business Health Clubs an der Düsseldorfer Königsallee sich mittwochs von 18 bis 19 Uhr antun, nennt sich BodyFit. Die Tortur gehört zum rund 40 Kurse umfassenden Wochenprogramm in den Studios der Fitness Company, der mit rund 121 Millionen Euro im vergangenen Jahr umsatzstärksten deutschen Fitness-Kette. Ebenfalls im Angebot: BBP (Training für Bauch, Beine und Po), IronFit (Langhanteltraining mit sandgefüllten Plastikgewichten) oder FitBo (schnelle angedeutete Boxschläge). Für Einzelkämpfer stehen in jeder der 97 Filialen rund 120 Trainingsmaschinen, gegen den Muskelkater gibt es Saunen, Dampfbäder und Solarien. „Nebenbei sind wir auch Video- und DVD-Verleiher und mit der Kids Company Großbetreiber von Kinderbetreuungsstätten“, sagt Anton Lill, Geschäftsführer der Kette. Die kostenlose Totalbetreuung ist für den Marktführer ein Mittel, um sich im harten Geschäft mit der körperlichen Ertüchtigung zu behaupten. Zwar ist die Zahl der Fitness-Mitgliedschaften im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent gestiegen – insgesamt haben sich über fünf Millionen Bundesbürger vertraglich an eines der gut 5600 kommerziell betriebenen Studios in Deutschland gebunden. Aber der Umsatz stagniert: Inklusive der Nebeneinnahmen, etwa durch den Verkauf von Getränken oder Sportartikeln, kam die Branche 2005 auf knapp 2,8 Milliarden Euro – nur knapp so viel wie im Vorjahr. „Das liegt vor allem am Preiskrieg und dem Rückgang der Mitgliedsbeiträge“, sagt Karsten Hollasch, Leiter des Kompetenz Centers Health & Fitness bei der Unternehmensberatung Deloitte, die einmal im Jahr eine Branchenuntersuchung herausgibt. Der wachsende Konkurrenzdruck beschleunigt den Strukturwandel: „Die als Einzelunternehmen betriebene Muckibude wird zum Auslaufmodell“, sagt Hollasch, „Gewinner sind die Ketten und Einzelstudios, die sich Alleinstellungsmerkmale im Rahmen ihres Angebotes erarbeitet haben.“ Zurzeit gehören zwar nur rund zwölf Prozent aller Studios zu einer Kette, der Anteil bei den Clubmitgliedern liegt aber schon bei fast einem Drittel – Tendenz steigend. Doch auch bei den Ketten verläuft die Entwicklung nicht einheitlich. Zu den Gewinnern gehören die Anbieter am oberen und unteren Ende des Preisspektrums. Zulegen konnten 2005 Ketten wie MeridianSpa oder Elixia, die vor allem eine wellness-orientiere Kundschaft ansprechen. Für saftige Monatsbeiträge von über 60 Euro bieten sie luxuriöse Badelandschaften mit Beauty-Salon, Massage und Handtuchservice. Noch mehr dazugewonnen haben die schnell expandierenden Billigketten wie McFit oder Fit24, die weniger als 16 Euro im Monat verlangen. Ihr Angebot beschränkt sich auf das schiere Training am Gerät. Personalintensive Kurse gehören nicht zum Programm, Einweisung und Trainingsplan gibt es am McFit-Terminal, die warme Dusche kostet 50 Cent extra. Dafür sind die Studios rund um die Uhr geöffnet. „Ein zwar einfaches, aber ganz klares und offensichtlich erfolgreiches Konzept“, lobt Fitness-Company-Geschäftsführer Lill.

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