Fitness-Studios: Zulauf haben vor allem Billiganbieter

Fitness-Studios: Zulauf haben vor allem Billiganbieter

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Fast 5,5 Millionen Deutsche trainieren in einem Fitness-Studio

Der Drang ins Fitness-Studio ist in Deutschland ungebrochen. Vor allem Ketten und Billiganbieter wie McFit profitieren von dem Boom. Geboten wird dort nichts außer den Geräten - selbst das Duschen kostet extra.

Montags Body Workout gegen die Sonntagssünden. Dienstags Kickboxen, weil der Chef genervt hat. Mittwochs Rückengymnastik gegen die Nackenverspannungen. Donnerstags Indoor Cycling Fatburner für den strammen Po. Freitags Pilates oder Iyengar Yoga, um den Stress der Woche abzuschütteln. Samstagvormittags Salsa Dance zur Lockerung für den Abend oder Sexy Body Workout für das Liebesleben. Und sonntags, bevor wieder alles von vorn beginnt, gemeinsam in den Mother/-Father&Child-Kurs.

Nonstop-Programm im Fitnessstudio. Gut 210 Kurse pro Woche bietet die Kaifu-Lodge im Hamburger Szeneviertel Eimsbüttel an – mehr als jede andere Körperschmiede hierzulande. Der Club, der schon seit Mitte der Achtzigerjahre existiert, zählt zu den rund zehn Prozent der Premiumanbieter unter den knapp 5600 deutschen Fitnessstudios. Die Anlagen dieser Kategorie haben ein besonders großes Sport- und Wellnessangebot, sind aber auch bei den Monatsbeiträgen Spitze – die Kaifu-Lodge etwa verlangt bei einem Jahresvertrag 82,50 Euro im Monat.

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Fast 5,5 Millionen Deutsche trainieren mehr oder weniger regelmäßig in einem Studio und lassen sich das insgesamt knapp drei Milliarden Euro pro Jahr kosten, hat die Unternehmensberatung Deloitte im Rahmen ihrer jährlichen Marktstudie ermittelt. Weit über die Hälfte aller Freizeitsportler bevorzugt nach wie vor die klassische Muckibude – meist kleine, inhabergeführte Betriebe, die in der Regel nur Kraft- und Ausdauergeräte bieten und kaum Kurse. „Das Wachstum der Branche wird aber von den Ketten getragen, die in den vergangenen vier Jahren deutlich stärker gewachsen sind als der Gesamtmarkt“, sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Industriegruppe Leisure bei Deloitte. Gut ein Drittel aller Studio-Besucher hat einen Vertrag bei einer der Ketten unterschrieben.

Marktführer ist mit rund 550.000 Mitgliedern und knapp 90 Anlagen der Billiganbieter McFit, der im Juni vergangenen Jahres den ebenfalls zur Budgetkategorie zählenden Mitbewerber Fit24 übernahm. Geboten wird nichts außer Geräten – sogar das Duschen kostet extra. Dafür ist der Mitgliedsbeitrag mit monatlich knapp 17 Euro deutlich niedriger als bei den beiden nächstgrößeren Betreibern Fitness Company und Kieser Training. Fitness Company gehört mit Monatsbeiträgen um die 60 Euro zu den Anbietern im mittleren Preisbereich und zielt überwiegend auf ein trendbewusstes Publikum. Kieser mit Monatsbeiträgen von knapp 40 Euro versteht sich als Anbieter, der konsequent auf Gesundheit ausgerichtet ist.

Der Markt gilt noch längst nicht als ausgeschöpft: „Im internationalen Vergleich bremsen in Deutschland die traditionellen Vereine die Akzeptanz kommerzieller Fitness-Angebote“, sagt Deloitte-Partner Hollasch. Gerade mal 6,6 Prozent aller Deutschen sind Mitglied in einem Fitness-Studio – in Großbritannien, Schweden oder den Niederlanden ist der Anteil doppelt so hoch.

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