Fitschen im Portrait: Hart aber fair

Fitschen im Portrait: Hart aber fair

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Jürgen Fitschen

von Cornelius Welp und Yvonne Esterházy

Jürgen Fitschen gilt als kundenorientiert, bodenständig und fachlich über alle Zweifel erhaben. Seine vermeintlichen Nachteile machen ihn zum geeigneten Kompromisskandidaten. Ein Portrait.

Dass Jürgen Fitschen einmal an die Spitze der Deutschen Bank rücken würde, hätte er selbst wohl noch vor wenigen Monaten nicht erwartet. Schon als die Nachfolgediskussion 2009 erstmals losbrach, galt er zwar als geeignet, aber zu alt. Auseinandersetzen musste er sich mit dem Eventualfall aber seit Längerem: In der Notfallplanung des Instituts soll er an erster Stelle stehen, falls Ackermann etwas zustößt.

In Frankfurt gibt es wenige Banker, die einen ähnlich makellosen Ruf genießen. Fitschen hat offenbar das Kunststück geschafft, im Haifischbecken Deutsche Bank nach ganz oben zu schwimmen, ohne allzu kraftvoll um sich zu beißen.

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Wirkliche Feinde sind jedenfalls nicht bekannt. Wenn hochrangige Banker innerhalb und außerhalb der Zwillingstürme über ihn sprechen, klingt das, als zitierten sie aus einem verstaubten Leitfaden über die Ethik des Geldgeschäfts. Er sei kundenorientiert, sachlich, ehrlich, geradeheraus, uneitel, bodenständig und fachlich über alle Zweifel erhaben.

Der geeignete Kompromisskandidat

Die Verbindlichkeit und das wenig rumpelige Auftreten galten in der Vergangenheit oft als Schwäche Fitschens. Deshalb wurde seine Karriere immer wieder totgesagt. 2002 verkleinerte Ackermann den Vorstand, Fitschen schied aus dem Gremium aus. Nun ist er gerade wegen seiner vermeintlichen Nachteile der geeignete Kompromisskandidat.

Dabei hat Fitschen durchaus die Fähigkeit zur Härte. In den Verhandlungen um eine Lösung für den insolventen Handelskonzern Arcandor vertrat er engagiert die Position der Bank, als die Autoindustrie sich über schwierige Finanzierungen beklagte, schlug er in einem Interview zurück. Und er hat den Mut zu unpopulären Meinungen. Dass Banken ihren Kreditkunden leicht jede Menge Zusatzprodukte verkaufen könnten, sei "in der Praxis allzu oft ein Mythos", sagte er vor einiger Zeit.

Selbstbewusster Vertreter hiesiger Interessen

Für Jains Geschäft hat Fitschen großes Verständnis. Schließlich hat er seine prägenden Jahre zunächst bei der Citi, dann bei der Deutschen Bank selbst als Investmentbanker verbracht. Dennoch wird er ein selbstbewusster Vertreter hiesiger Interessen sein. "Meine Kollegen in London wissen, dass ich mich in Deutschland besser auskenne", hat er einmal gesagt. Allerdings: Ein Repräsentant des neu erstarkten Privatkundengeschäfts ist er seiner bisherigen Funktion nach nicht.

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