
HB SINGAPUR BERLIN. Erst die Notlandung eines Super-Airbus, dann muss auch ein Jumbojet der australischen Gesellschaft Qantas mit mehr als 430 Menschen an Bord wegen Triebwerksproblemen außerplanmäßig landen. Gingen diese Zwischenfälle noch glimpflich aus, kosteten zwei Abstürze in Kuba und Pakistan insgesamt 89 Menschen das Leben, darunter zwei Deutschen.
Nur einen Tag nach dem spektakulären Triebwerksbrand der A380 steuerte ein Quantas-Pilot am Freitag seine Boeing 747 kurz nach dem Start zurück nach Singapur. Fachleute suchten fieberhaften nach den Ursachen der beiden Qantas-Pannen.
Flug QF6, am Donnerstagabend in Frankfurt gestartet, war am Freitag - wie der Airbus A380 - auf dem Weg nach Sydney. Passagiere berichteten dem Lokalsender ChannelNewsAsia nach der Landung, es habe einen Knall gegeben, ein Triebwerk habe gebrannt.
Die Sicherheitslandung in Singapur sei dann ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es. Keiner der 412 Passagiere und 19 Crewmitglieder sei verletzt worden. Passagiere des zuvor notgelandeten Airbus A380 seien nicht an Bord der Boeing gewesen, zitierte der Sender CNN einen Qantas-Sprecher.
Im Fall des havarierten Airbusses A380, der am Donnerstag nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt war, gerät der Triebwerkshersteller Rolls Royce in die Kritik. Die britische Firma empfahl "grundlegende Kontrollen" aller Motoren des fraglichen Typs. 466 Menschen saßen an Bord des Super-Airbusses, als kurz nach dem Start in Singapur ein Triebwerk mit explosionsartigem Knall ausfiel. Den Piloten gelang es, das größte Verkehrsflugzeug der Welt wieder sicher zu landen.
Qantas vermutete einen Material- oder Konstruktionsfehler an den Turbinen der Maschine: "Wir glauben nicht, dass es etwas mit der Wartung zu tun hat." Rolls Royce entgegnete, es sei noch zu früh, um über die Ursachen des gefährlichen Vorfalls zu urteilen.
In der Katastrophe endete der Flug einer zweimotorigen Turboprop- Maschine der kubanischen Fluggesellschaft Aerocaribbean. Das Flugzeug stürzte auf einem Inlandsflug nach Havanna rund 360 Kilometer östlich der Hauptstadt ab. "In dem Flugzeug waren 61 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder, unter ihnen 40 Kubaner und 28 Ausländer", meldete das kubanische Fernsehen. Auch ein Mann und eine Frau aus Deutschland starben bei dem Unglück am Donnerstag.
Als Ursache wurde zunächst angenommen, die Maschine vom Typ ATR- 72-212 sei in Ausläufer des Tropensturms "Tomás" geraten. Der Pilot hatte kurz vor dem Absturz um 17.42 Uhr (Ortszeit) noch einen Notruf absetzen können. Danach sei der Funkkontakt abgerissen, berichtete das offizielle Internetportal Cubadebate.cu in der Nacht zum Freitag.
Auch in Pakistan meldete sich der Pilot noch kurz vor dem Absturz seines Propellerflugzeugs in der Hafenstadt Karatschi. Er sprach vom Ausfall eines Motors. Nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde starben alle 21 Menschen an Bord der Maschine, die für die italienische Ölgesellschaft Eni unterwegs war. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums war auch ein Italiener unter den Getöteten.
























