Fluglinien: Air Berlin/Tuifly: Fusionen sind wie Sex

KommentarFluglinien: Air Berlin/Tuifly: Fusionen sind wie Sex

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Der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Michael Frenzel (r.), und Air-Berlin-Chef Joachim Hunoldt

Das Thema Fusionen erinnert Ryanair-Chef Michael O’Leary an Sex. „Alle reden ständig drüber, aber fast keiner tut es“, sagt das wohl bekannteste Großmaul der Flugbranche.

Und kein Fall gibt ihm im Moment so recht wie die Verbindung zwischen Air Berlin und Tuifly. Im Gespräch ist sie seit mindestens anderthalb Jahren, mal als Partnerschaft, mal als Dreierbund mit Condor. Doch passiert ist nichts.

Und das aus gutem Grund. Jetzt mitten in der wohl tiefsten Krise der Luftfahrt seit mindestens 20 Jahren kann Air Berlin noch eine komplizierte Fusion nicht brauchen. Ja so wie die Dinge liegen kann die Sache sogar lebensgefährlich werden.

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Denn Air Berlin kann sich eine Übernahme derzeit einfach nicht leisten. Zwar würde Tui-Chef Michael Frenzel seine Flugtochter sicher mit einer ordentlichen Mitgift aufhübschen. Doch wie alle Fluglinien leidet Deutschlands Nummer zwei unter der schwachen Konjunktur und hat im vergangenen Jahr trotz strammer Sparprogramme Verlust gemacht machen. Da muss Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sich um andere Dinge kümmern als noch eine weitere Fusion zu stemmen.

Auch ohne Fusion genug am Hals

Zudem hat Hunold seine bisherigen Übernahmen noch nicht richtig verdaut. Bei der DBA tobt ein Konflikt mit den Piloten und bei der LTU wird das einst profitable Langstreckengeschäft zum Verlustbringer. Da noch einen weiteren Verlustbringer mit aufmüpfigen Gewerkschaften zu schlucken, könnte sich rasch als Mühlstein erweisen.

Doch das bedeutet nicht, dass Hunold nicht am Ende doch der Versuchung nachgibt. Immerhin wäre der Verbund Air Berlin-Tuifly Europas viertgrößte Fluglinie - nach Air France, Lufthansa und British Airways. Zudem wäre Hunold der weltgrößte Ferienflieger und könnte im Urlauberverkehr deutlich bessere Preise durchsetzen. Das könnte am Ende auch der Air-Berlin-Aktie wieder ein wenig Schwung verleihen.

Und irgendwo die Nummer eins zu sein, das ist in der Flugbranche immer noch ein Argument. Oder, so Experte O’Leary, in der Branche gab es schon immer zu viele Hormone und zu wenig wirtschaftliches Denken.

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