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Fluglinien: Air France plant neues Geschäftsmodell gegen Billigflieger

von Rüdiger Kiani-Kreß

Europas zweitgrößte Fluglinie Air France KLM will der Konkurrenz durch Billigflieger mit einer neuen Strategie entgegentreten: „Wir arbeiten gerade an einem neuen Geschäftsmodell für den Verkehr innerhalb Europas“, sagte Vorstandschef Pierre-Henri Gourgeon im Interview mit der WirtschaftsWoche.

„Dabei beschränken wir den Service auf das, was der Kunde will, und bieten bestimmte Leistungen wie Check-in am Schalter nur in geringerem Umfang an.“ Bei Air France müsse man dennoch nicht bald für jede Kleinigkeit bezahlen: „Wir bieten weiterhin ein Komplettprodukt“, sagt Gourgeon. „Air France wird nie ein Billigflieger sein.“ Air France müsse mehr Qualität bieten: „Wenn wir das nicht tun, verlieren wir unsere Kunden an Easyjet und andere.“

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Wegen der starken Schwankungen des Ölpreises fordert Gourgeon eine bessere Regulierung der Ölmärkte: „In der EU-Kommission gibt es Ideen, dass jeder, der mit solchen Kontrakten handelt, auch einen gewissen Anteil eigenen Geldes einbringen oder zumindest ein Guthaben nachweisen muss und nicht ohne einen Cent Milliarden bewegen kann.“ Gourgeon warnt: „Wenn uns die Finanzkrise etwas gelehrt hat, dann, dass sich der Papiermarkt nicht zu weit vom realen Markt entfernen darf. Sonst bedroht es Branchen wie die unsere und die ganze Volkswirtschaft, die sensibel auf Rohstoffpreise und besonders auf den Ölpreis reagiert.“

Flugbenzin für fünf Milliarden Euro

Laut Gourgeon bezahlt Air France-KLM derzeit für Flugbenzin rund fünf Milliarden Euro, „ein Viertel unseres Umsatzes, das heißt fast genauso viel wie für Gehälter“. Wenn der Ölpreis innerhalb einer Woche um mehr als zehn Prozent schwanke, so der Air France-KLM-Chef, bedeute das „quasi über Nacht“ Mehrkosten von mehr als 500 Millionen Euro: „Wie sollen Unternehmen da ein Budget erstellen und Investitionen oder Preise kalkulieren?“

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.03.2010, 15:47 UhrAnonymer Benutzer: airliner

    Diese Ankündigung ist noch gar nichts gegen das neue Konzept der "Legehennenbatterien", die als Sitze installiert werden sollen. Person ab 175 cm Größe sollten dann besser da bequemer als Sperrgepäck fliegen!

  • 22.03.2010, 11:24 UhrAnonymer Benutzer: orgetorix

    Solange gewisse billigfluggesellschaften keine anständigen Löhne bezahlen, werde ich mich niemals in so ein Flugzeug setzen. Falls die AF/KL auch am falschen Ort zu "sparen" beginnt, setzt sie sich selber ins Offside, wie bA und andere ehemals gute Airlines!

  • 22.03.2010, 00:28 UhrAnonymer Benutzer: AUSEN

    Na das ist das gleiche Konzept, das bA die No. 1 schon seit jahren fährt. beischeidener Service als britisches Understatement verkaufen. Ob man im Terminal 5 landet oder beim Viehtransport bei Easyjet & Co. ist eh das gleiche. Also wer das neue Konzept mal außrobieren will einfach bA fliegen. Egal ob Eco-, business- oder First alles weit entfernt von Service. (Kenne int. nur First und rest business)

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