Fluglinien: Fusion von Air Berlin und Condor endgültig vom Tisch

Fluglinien: Fusion von Air Berlin und Condor endgültig vom Tisch

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Flugzeuge von Air Berlin: Der deutsche Billigflieger arbeitet profitabel.

Die Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die Fluggesellschaft Air Berlin ist geplatzt. Der Reisekonzern Thomas Cook und Air Berlin zogen ihren Antrag beim Bundeskartellamt auf Freigabe der Fusion zurück, wie die zweitgrößte deutsche Airline heute mitteilte.

Die Wettbewerbshüter hatten Anfang der Woche bereits mit einem Veto gedroht. Allerdings ließen sich die Unternehmen die Tür für weitere Verhandlungen offen. Sie vereinbarten Gespräche über die Machbarkeit alternativer Lösungen und würden weitere Optionen prüfen, hieß es. Es sollten Gespräche ohne Termindruck geführt werden.

In einem Schreiben an das Bundeskartellamt nennen der Condor-Mutterkonzern Thomas Cook erheblich veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen seit Vertragsabschluss als Grund für die Rücknahme des Antrages. Allein das Kerosin habe sich um mehr als 100 Prozent verteuert.

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Germanwings, Condor und TUIfly?

Thomas Cook erklärte, der Konzern betrachte seinen Ferienflieger nach wie vor als ein starkes Unternehmen mit beträchtlichem Potenzial. Man prüfe in weiteren Gesprächen mit Air Berlin, ob sich eine alternative Transaktion finden lasse. Thomas Cook erwäge aber auch eine Reihe anderer Optionen für Condor.

Die Lufthansa, die ihren Condor-Anteil von 24,9 Prozent an Air Berlin abgeben wollte, wollte sich zu dem geplatzten Deal nicht äußern. In der Vergangenheit hatten in der Branche Gerüchte über einen möglichen Zusammenschluss der Airlines Condor, TUIfly und der Lufthansa-Billiglinie Germanwings die Runde gemacht. Diese Option könnte nach Einschätzung von Beobachtern jetzt wieder aktuell werden. Anfang des Jahres hatten Lufthansa und der Reisekonzern TUI eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Germanwings und die TUI-Tochter TUIfly zusammengelegt werden sollen.

Eine der größten europäischen Airlines

Air Berlin und die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook hatten im September vergangenen Jahres ihre Pläne für einen Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften bekanntgegeben. Air Berlin wäre zu einer der größten europäischen Airlines aufgestiegen. Im Gegenzug wäre Thomas Cook mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum Air-Berlin-Großaktionär geworden.

Das Bundeskartellamt hatte am Dienstag ein Veto gegen den Zusammenschluss angekündigt, falls es nicht gelingen sollte, kurzfristig die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen. Die Behörde befürchtete durch den Zusammenschluss erhebliche Wettbewerbseinbußen auf den wichtigen Flugstrecken in die Mittelmeerregion. Zudem hatten beide Unternehmen den Zusammenschluss angesichts der veränderten Rahmenbedingungen auf dem Luftverkehrsmarkt in den vergangenen Monaten selbst infrage gestellt.

Vor allem zwei Probleme sorgten für Unruhe: die drastisch gestiegenen Treibstoffkosten und die Krise von Air Berlin. Das Unternehmen hatte in den vergangenen zwölf Monaten rund Dreiviertel seines Börsenwertes eingebüßt. Heute legte die Aktie zunächst um 5,6 Prozent zu, Lufthansa verloren hingegen 2,6 Prozent. Das an der Londoner Börse notierte Thomas-Cook-Papier legte um 3,2 Prozent zu.

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