Flugreisen: Alltours droht Air Berlin mit eigener Airline

Flugreisen: Alltours droht Air Berlin mit eigener Airline

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Alltours-Zentrale in Duisburg

Alltours-Chef Willi Verhuven hat der Fluggesellschaft Air Berlin mit der Gründung einer eigenen Airline gedroht, sollte Air Berlin-Chef Joachim Hunold nach geglückter Übernahme der Condor die Preise für Flugkontingente erhöhen.

Der WirtschaftsWoche sagte Verhuven: „Wenn Air Berlin vorhaben sollte, an der Preisschraube zu drehen, wird das nicht gelingen. Wir leben in keiner Planwirtschaft. Wenn mein Freund Joachim Hunold meint, er könne den Markt kaufen, hat er sich geirrt – das habe ich ihm auch ganz deutlich gesagt. Ein Preisdiktat von wem auch immer werden sich weder Veranstalter noch Kunden gefallen lassen.“ Verhuven verweist als Alternative auf den britischen Billigflieger Easyjet und den Ferienflieger Hamburg International. Denkbar sei aber auch die Gründung einer eigenen Airline. „Dann gäbe es für uns immer noch die Möglichkeit, unseren Flugbedarf anders darzustellen – notfalls auch über entsprechende Eigeninitiativen, die notwendigen finanziellen Mittel wären vorhanden“, so Verhuven. „Sollte sich der Markt wider Erwarten doch gravierend ändern, gäbe es diese Alternative. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Allerdings rechnet der Alltours-Chef damit, dass das Bundeskartellamt die Übernahme der Condor durch Air Berlin wegen des großen Einflusses auf den Pauschalreisemarkt untersagen wird. „So wie wir die Sache einschätzen, untersucht das Kartellamt nicht nur den Wettbewerb im deutschen Flugmarkt insgesamt, sondern vor allem die Auswirkungen auf die Preise von Urlaubsreisen. So wie es aussieht, müssten die Wettbewerbshüter die Übernahme verbieten. Darum habe ich starke Zweifel, ob aus der Air-Berlin-Condor-Connection tatsächlich etwas wird.“

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Für die Zukunft sieht Verhuven auf die Branche Umweltabgaben auf Kerosin zukommen und hält dies auch für richtig. „Wir tun immer noch so, als seien die Energievorräte unendlich. Kerosin muss dauerhaft teurer werden – schon um einen Anreiz zu bieten, den Treibstoffverbrauch weiter zu senken. Ohne wirtschaftlichen Druck geht da leider nichts.“

Angesprochen auf die geringe Alltours-Marge von zwei Prozent übt Verhuven deutliche Kritik an der Rendite-Orientierung vieler Manager-Kollegen. „Zwei Prozent sind sehr gut. Die totale Fixierung börsennotierter Unternehmen auf die Rendite ist eine Katastrophe. Diese Gier von Managern und Anteilseignern führen zu permanenter Verunsicherung der Mitarbeiter und zu Demotivation. Wir sind nicht auf der Erde, um Geld zu horten. Ich will gut leben und gleichzeitig Spaß an meiner Arbeit haben – und das wollen und sollen meine Mitarbeiter auch.“

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