Flugverbot: Fluglinien missachten Passagierrechte

Flugverbot: Fluglinien missachten Passagierrechte

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Schalter der Brussels Airlines auf Brüssels Flughafen Zaventem

von Silke Wettach

Der Unmut wächst: Viele gestrandete Flugreisende bekommen nicht das, was ihnen zusteht. Dabei ist die Lage eindeutig. Ein Erfahrungsbericht.

Das Gesetz ist klar und eindeutig. Gestrandete Fluggäste müssen entweder das Geld für ihren Flug zurückerstattet bekommen oder auf anderem Wege an ihren Ausgangsort zurückgebracht werden. So lange sie dort noch nicht angekommen sind, muss die Fluglinie für die Kosten der Unterbringung und Verpflegung aufkommen. Das sieht die Verordnung 261/2004 der EU vor. Die EU-Kommission betont in diesen Tagen, dass auch die außergewöhnliche lange Sperrung des Luftraumes - die längste seit Ende des zweiten Weltkrieges - dieses Recht nicht aussetzt.

Doch viele Fluglinien sehen das anders. Sie argumentieren, dass die Verordnung nicht für ein solch ungewöhnlich langes Flugverbot geschrieben worden sei. Und so manche Fluglinie legt es in diesen Tagen offenbar darauf an, dass die Passagiere erst Mal ihr Recht einklagen müssen. So zahlte British Airways in Übersee blockierten Fluggästen die ersten Nächte, und teilte ihnen dann aber mit, dass sie nicht mehr für ihre Unterbringung aufkommen konnte. Im französischen Fernsehsender TF1 beklagten Passagiere der Air France, dass sie in New York, wo Hotels bekannterweise teuer kommen, Tage lang ihre Übernachtung selbst finanzieren mussten.

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Keine Infos von der Lufthansa

Viele Verbraucher lassen sich einschüchtern. "Höhere Gewalt" lautet das Argument der Fluglinien und viele Passagiere wissen nicht, dass sie unter diesen Umständen zwar den Anspruch auf Entschädigung verlieren, aber den Ticketpreis zurückerstattet bekommen oder aber befördert und beherbergt werden müssen.

Viele Unternehmen probieren aus, womit sie durchkommen. Statt den kompletten Flug zurückzuerstatten, versuchte Iberia den Kunden Gutscheine für einen späteren Flug anzudrehen.

Doch der Gesetzgeber war klug genug, davon auszugehen, dass der Kunde später vielleicht gar nicht mehr fliegen will, weil sich sein Reisegrund erübrigt hat.

Das Geld, worauf der Kunde Anrecht hat, wollen viele Airlines nicht oder nur in Teilen herausrücken. Die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines verlangt für die Rückerstattung 35 Euro Bearbeitungsgebühr. Außerdem will sie Kreditkartengebühren nicht zurückerstatten - beides ist nicht legal.

Und schon beim Grundanspruch auf Information versagten viele Linien. Air France schickte an Passagiere Emails, in denen sie knapp mitteilte, dass der gebuchte Flug ausfiel. Der weiterführende Link zur Buchung funktionierte nicht.

Noch schlimmer bei der Lufthansa: Die schickte nicht einmal systematisch Informationen, dass Flüge gestrichen waren.

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