Flugverkehr: Privatjet-Branche in der Krise um gut ein Viertel geschrumpft

Flugverkehr: Privatjet-Branche in der Krise um gut ein Viertel geschrumpft

Die Konzerne trennen sich reihenweise von ihren Firmenflugzeugen. Der Chef des Vermieters Jet Republic, Jonathan Breeze, sieht es positiv.

Über seine Branche macht sich Breeze keine Illusionen. „Nach der Autoindustrie sind Privatjets derzeit so ziemlich das verrückteste Geschäft“, sagt der Chef von Europas zweitgrößtem Vermieter von Businessfliegern. Laut einer Studie der Investmentbank JP Morgan ist die Zahl der Flüge mit den Managermaschinen in den vergangenen zwölf Monaten weltweit um mehr als ein Viertel gesunken – und damit fünfmal stärker als der Linienverkehr. Gleichzeitig wollen besonders in Deutschland immer mehr Unternehmen ihre Chefflugzeuge loswerden.

Standen vor einem Jahr nur sechs Prozent der Flotte zum Verkauf, sind es inzwischen rund 15 Prozent der mehr als 300 zugelassenen Flieger. Allein seit Anfang Dezember sind acht weitere Maschinen im Angebot. In ganz Europa suchen derzeit knapp 13 Prozent der zugelassenen Privatjets neue Besitzer. Besserung ist nicht in Sicht.

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„Die Nachfrage zieht in der Regel erst zwei Jahre nach Beginn eines Aufschwungs wieder an“, heißt es in der JP-Morgan-Studie. Trotzdem sieht Jet-Republic-Chef Breeze in der aktuellen Krise eine Chance für sein Geschäft, den Verkauf von Teileigentum und Nutzungsrechten an Business Jets. „Auch wer seinen Jet verkauft, muss weiter Kunden und Werke besuchen“, sagt Breeze, „und wer dabei keine Zeit am Flughafen vergeuden will, braucht Privatjets.“

Das sehen seine Investoren wie die Euram Bank in Wien und der mexikanische Multimilliardär Ricardo Salinas Pliego ähnlich. Sie finanzierten Breeze trotz Krise im Herbst die Anschaffung von 110 neuen Learjets vom kanadischen Bahn- und Flugzeugbauer Bombardier. Wert: 1,5 Milliarden Euro.

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