Flugzeugbau: Wulff droht mit Stopp von Subventionen an Airbus

Flugzeugbau: Wulff droht mit Stopp von Subventionen an Airbus

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Wulf macht Investitionsförderung vom Ausbau der Airbus-Werke in Nordenham und Varel abhängig

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff macht die Forschungs- und Investitionsförderung für die neue Airbus-Tochter GAC vom Ausbau der norddeutschen Airbus-Werke in Nordenham und Varel und von einer Wahl des Firmensitzes in Norddeutschland abhängig.

In einem Brief an Airbus-Chef Thomas Enders, der der WirtschaftsWoche vorliegt, fordert Wulff, dass der neue Verbund der Airbus-Werke Nordenham, Varel und Augsburg seinen Sitz in Hamburg nimmt und über rund 200 Mitarbeiter verfügen soll. In dem Brief an Enders schreibt Wulff: „Die Landesregierung und der ganze Norden können die neue Struktur der Gesellschaft nur dann akzeptieren und politisch unterstützen, wenn die Gewichte in der zivilen Luftfahrt zwischen dem Süden und Norden nicht verschoben werden. Die Landesregierung wird die weltweit führenden CFK-Aktivitäten in Stade nur dann in der angekündigten Größe fördern können, wenn unsere Forderungen erfüllt werden und auch die Standorte Nordenham und Varel nachhaltig gestärkt werden.“

Hintergrund der Forderungen ist die Gründung der German Aerostructures Company (GAC), in der nach dem gescheiterten Verkauf der Werke an das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB alle drei Standorte unter einem Dach zusammen geschlossen werden sollen. Derzeit ist noch unklar, ob der Verbund seinen Firmensitz in Nord- oder Süddeutschland nehmen wird. Wulff macht sich für Hamburg stark, um die Nähe zum Airbus-Hauptwerk zu nutzen, und betont zudem, dass in Norddeutschland der zivile Flugzeugbau seinen Schwerpunkt habe. „Die bestehende Arbeitsteilung – der Norden macht zivilen Flugzeugbau, der Süden militärischen Flugzeugbau – ist politisch gewollt und darf nicht infrage gestellt werden“, heißt es in dem Brief.

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Nur für den Fall, dass der GAC-Firmensitz in Hamburg liegt und der zivile Flugzeugbau seinen Schwerpunkt in Norddeutschland behält, bietet Wulff dem Airbus-Konzern erhebliche Unterstützung an. Für die CFK-Forschung in Stade hat Niedersachsen von 2008 bis 2013 allein 120 Millionen Euro an Forschungsmitteln vorgesehen. Zugleich weist Wulff Enders darauf hin, dass Investitionen in die Werke mit bis zu zwölf Prozent subventioniert werden könnten. Für Nordenham schlägt Wulff vor, künftig in „großem Umfang und wettbewerbsfähig Rumpfschalen“ zu produzieren, alle drei Werke sollten zudem mit großen Anteilen am Bau des A350 beteiligt werden. Bei Airbus sind die detaillierten Forderungen Wulffs auf Verwunderung gestoßen. Ein Airbus-Manager sagte der WirtschaftsWoche: „Das ist für ein privates Unternehmen ebenso beispiellos wie unverfroren. Was geht das Herrn Wulff eigentlich an?“

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