Flugzeugbauer: Airbus muss sein Erfolgsmodell A320 erneuern

Flugzeugbauer: Airbus muss sein Erfolgsmodell A320 erneuern

Bild vergrößern

Die Fluglinien warten seit Jahren auf eine Neuauflage des Airbus A320

von Gerhard Bläske und Rüdiger Kiani-Kreß

Airbus schaut nach der Notlandung eines Qantas-A380 nicht nur mit Sorgen auf seinen Riesenvogel, Konzernchef Thomas Enders muss das Erfolgsmodell A320 schneller erneuern als geplant. Das wird teuer.

Ein Mann mit einem mäßigem Blatt, ein Spiel voller versteckter Finten und ein Einsatz, den er sich nicht leisten kann: Das ist kein einfaches Pokerspiel, sondern die Lage von Airbus-Chef Thomas Enders im Wettbewerb um die Zukunft seines Kerngeschäfts, nämlich die Mittelstreckenjets der A320-Familie.

Wegen der teuren Probleme bei anderen Modellen wie dem Militärtransporter A400M will Enders seinen Bestseller, der für gut die Hälfte des Airbus-Umsatzes sorgt, derzeit eigentlich nicht erneuern. Doch weil Konkurrenten, allen voran der US-Erzrivale Boeing, ihm dann wohl mit neuen Modellen die Kunden abjagen, muss auch Enders den Einsatz erhöhen.

Anzeige

Spätestens Anfang Dezember, so ein Insider, will Enders seinem Verwaltungsrat ein Nachfolgemodell präsentieren, das von 2015 an abheben könnte. „Das wird aufwendiger und damit teurer, als es sich Airbus leisten kann“, sagt der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt.

Die Kunden drängen darauf: „Wegen der steigenden Kosten in allen Bereichen und sinkender Erträge warten die Fluglinien seit Jahren auf eine sparsame Neuauflage“, sagt Shakeel Adam, Partner der auf die Flugbranche spezialisierten Beratung Athena Aviation.

Kompletterneuerung ist zu teuer

Bisher war das kein Problem. In der Klasse zwischen 110 und 190 Sitzen waren Boeing und Airbus einzige Anbieter und verhinderten ein Überangebot. „Das hat auch in der vergangenen Krise recht gut geklappt“, sagt Experte Großbongardt.

Das ist vorbei. Ob die brasilianische Embraer und Bombardier aus Kanada, die sich bisher den Markt für kleinere Passagierflugzeuge geteilt haben, oder neue Anbieter aus Russland, China oder Japan: Alle bringen bis Ende des Jahrzehnts neue Maschinen mit bis zu 150 Passagieren auf den Markt. Und die fliegen dank moderner Technologie nicht nur rund 15 Prozent günstiger als A320 und Boeing 737. Wegen der Subventionen ihrer Heimatländer sind sie auch billiger. 

In normalen Zeiten würde Enders durch ein neues Modell kontern. Doch wegen der Mehrkosten für Pannenflieger wie den A400M kann sich Airbus die gut zehn Milliarden Euro teure Kompletterneuerung nicht leisten. Noch mehr drückt Enders der Personalmangel, denn die rund 11 000 Airbus-Ingenieure sind bereits mehr als ausgelastet mit Nacharbeiten an der A400M sowie der Vorbereitung des Langstreckenfliegers A350, der 2012 abheben soll. „Was nötig ist, kann sich Airbus nicht leisten, und was das Unternehmen sich leisten kann, ist zu wenig“, umschreibt Großbongardt das Dilemma .

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%