Flugzeugbauer: Boeing startet das Plastikzeitalter im Fliegen

KommentarFlugzeugbauer: Boeing startet das Plastikzeitalter im Fliegen

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Die Boeing 787 Dreamliner hebt am 15. Dezember mit zweijähriger Verspätung ab

von Rüdiger Kiani-Kreß

Auf den ersten Blick ist es für Boeing ein Grund zu feiern, der Dreamliner ist endlich zum Jungfernflug gestartet. Aber laut dürften die Sektkorken nicht knallen.

Mit rund zwei Jahren Verspätung ist der Hoffnungsträger 787 das erste Mal abgehoben. Boeing selbst kann nun endlich sein Flugzeug ausliefern und statt Verlusten endlich Gewinne verbuchen.

Und auch wir Passagiere können uns freuen. Denn Boeing läutet das Plastikzeitalter ein. Weil die 787 nicht mehr überwiegend aus Metall, sondern aus Verbundwerkstoffen besteht, herrscht an Bord ein besseres Klima mit einem angenehmeren Luftdruck und einer höheren Luftfeuchtigkeit. Dadurch werden Flüge weniger anstrengend. Bisher war das nicht möglich, weil der höhere Druck und die feuchte Luft das Metall hätten schneller verschleißen lassen.

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Doch allzu laut dürften die Korken dann doch nicht knallen bei Boeing. Denn nun fängt die Arbeit erst an. Das Flugzeug muss auch in Serie produziert werden. Und das ist oft zumindest ebenso schwierig wie Konstruktion und Erstflug. Zudem bedeutet in der Branche immer nach dem neuen Flieger ist vor dem neuen Flieger.

Boing vor Veränderungen

Die Verkaufszahlen bei Boeing zeigen: Boeings andere Großraumflugzeuge verkaufen sich deutlich schlechter als bisher und müssen auch bald erneuert werden. Besonders der größere Bruder der 787, die 777, verkauft sich weniger gut, weil die Kunden auf den neuen Airbus A350 setzen, der gleich groß ist aber deutlich billiger fliegt. Dazu ist das Kurzstreckenflugzeug 737 nunmehr fast 20 Jahr alt und braucht einen Nachfolger.

Damit beide Modelle pünktlicher sind und mit ihren Mehrkosten nicht wieder die Boeing-Bilanz stören, muss sich Boeing von Grund auf ändern. Das Unternehmen muss endlich wie ein Industriebetrieb arbeiten mit echter Serienfertigung und weniger Handarbeit. Dazu braucht das Unternehmen mehr Realismus.

Nach den Sparmaßnahmen seit 2001 herrschten im Unternehmen vor allem die Buchhalter mit ihrem Fokus auf kurzfristige Gewinnmaximierung und die Marketingleute, die den Fluglinien im Gegenzug für eine Bestellung alle möglichen technischen Wunder versprechen konnte, auch wenn die Ingenieure nicht wussten, wie sie die umsetzen konnten.

Airbus muss nachlegen

Und das steht nicht nur bei Boeing, sondern auch bei Airbus auf dem Programm. Auch wenn Konzernchef Louis Gallois sagt, man habe die Lektionen aus den mehrjährigen Verspätungen beim Superjumbo A380 und dem Militärtransporter A400M gelernt. Endgültig sicher ist das aber erst, wenn der Airbus A350 in rund zwei Jahren fliegt .

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