Flugzeugbauer: EADS räumt weitere Schwierigkeiten beim A380 ein

Flugzeugbauer: EADS räumt weitere Schwierigkeiten beim A380 ein

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EADS-Chef Louis Gallois

Der Superjumbo A380 und der Militärtransporter A400M bringen den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS weiter in Schwierigkeiten. Aber auch intern gibt es Spannungen.

„Es gibt noch bedeutende Risiken“ bei der Produktion, sagte EADS-Chef Louis Gallois heute bei der Hauptversammlung des Konzerns in Amsterdam. Nach einer Lieferverzögerung beim A380 von schon bis zu zwei Jahren werden demnach manche Kunden noch drei bis fünf Monate länger warten müssen.

Der Flugzeugbauer Airbus hatte vor zwei Wochen angekündigt, das gesteckte Produktionsziel nicht vollständig erfüllen zu können. Der Militärtransporter A400M ist sechs bis zwölf Monate hinter dem Zeitplan. Genauere Angaben über die anhaltenden Produktionsrisiken machte Gallois zunächst nicht.

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Die Vertragsstrafen könnten EADS bis zu 1,4 Milliarden Euro kosten. Das erste Exemplar der Neuentwicklung soll am 26. Juni vorgestellt werden.

Unterdessen hat der Konzern neuen Ärger mit dem deutsch-französischen Kräfteverhältnis. Die französischen Airbus-Mitarbeiter sehen sich beim Stellenabbau und bei den gescheiterten Werksverkäufen von der deutsche Seite übervorteilt und hintergangen. Die Handelskammer von Toulouse, dem Sitz der Airbus-Zentrale, wirft deutschen EADS-Managern vor, den Verkauf zweier französischer Werke an Latécoère verhindert zu haben.

In einem Schreiben an das Wirtschaftsministerium ist von einer „Manipulation“ die Rede, die ein „Todesurteil für tausende Jobs in Frankreich bedeutet“. Die Zeitung „Le Parisien“ zitierte am Montag aus der Beschwerde. Der gescheiterte Verkauf dreier deutscher Standorte sei nur ein Täuschungsmanöver gewesen, heißt es. Zudem hätte sich Paris im Ringen um die neue EADS-Führungsstruktur von Berlin „an der Nase herumführen lassen“.

Während in Frankreich schon 2000 Jobs gestrichen worden seien, sei in Deutschland kein einziger Arbeitsplatz weggefallen, zitierte die Zeitung den sozialistischen Abgeordneten Gerard Bapt. Nach Angaben des deutschen Airbus-Betriebsratsvorsitzenden Rüdiger Lütjen wurden bislang in Deutschland „durch natürliche Fluktuation“ 400 Jobs abgebaut.

In dem Schreiben der Handelskammer wurde die französische Regierung als EADS-Großaktionär aufgefordert, auf der Hauptversammlung in Amsterdam mit „lauter und kräftiger Stimme“ für die französischen Interessen einzustehen.

EADS will Umsatz verdoppeln

Trotz der Schwierigkeiten will EADS seinen Umsatz von 2008 bis 2020 auf rund 80 Milliarden Euro verdoppeln. Davon solle die Hälfte auf die größte Konzerntochter Airbus entfallen, sagte Gallois.

Bei den Ermittlungen der französischen Börsenaufsicht AMF wegen Insiderhandels mit EADS-Aktien stellten sich die Aufseher hinter die verdächtigten Führungskräfte. „Wir haben volles Vertrauen in die persönliche Integrität und die Professionalität unserer Manager“, sagte EADS-Präsident Rüdiger Grube auf der Hauptversammlung.

Die AMF verdächtigt 17 Vertreter der Hauptaktionäre Daimler und Lagardère sowie Airbus- und EADS-Top-Manager, illegal Millionen verdient zu haben, weil sie EADS-Aktien verkauften, bevor im Juni 2006 das Ausmaß der Probleme mit dem Großflugzeug A380 bekanntgemacht wurde. Auch die französische Justiz ermittelt in dem Fall. Sie soll nach Pariser Presseberichten den einstigen Airbus-Chef und EADS-Co- Chef Noël Forgeard für diesen Mittwoch vorgeladen haben. Forgeard und seine Kinder sollen 6,7 Millionen Euro mit den Aktien verdient haben

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