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Flugzeugbauer: Schlechte Stimmung bei Airbus

von Gerhard Bläske und Rüdiger Kiani-Kreß

Der Airbus-Chef Thomas Enders fordert von seinen Managern eine bessere Kommunikation. Eine Umfrage unter Mitarbeitern fiel verheerend aus.

Bei Airbus folgt auf gute Nachrichten immer eine schlechte. In der vorvergangenen Woche feierte der Luftfahrtkonzern im spanischen Sevilla die Fortschritte beim Militärtransporter A400M. Dann drangen Teile einer anonymen Umfrage an die Öffentlichkeit, die Konzernchef Thomas Enders beim Beratungsunternehmen Gallup in Auftrag gegeben hatte. Laut der Studie, deren Ergebnisse der WirtschaftsWoche vorliegen, halten sich nur neun Prozent aller Mitarbeiter für motiviert. Dagegen sind 60 Prozent gleichgültig, und fast ein Drittel hat innerlich gekündigt. In Deutschland ist die Stimmung über dem Schnitt, während in Spanien jeder zweite Airbus-Mitarbeiter in der inneren Emigration ist. Damit sind die Airbus-Zahlen nicht nur deutlich schlechter als der Schnitt der gesamten Muttergesellschaft EADS. Unter den 542 Unternehmen, bei denen Gallup weltweit die Stimmung testet, landet Airbus unter den schlechtesten acht Prozent.

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Enders sieht die katastrophalen Ergebnisse aber nicht als Watsche, sondern als Aufforderung zum Handeln. „Das muss ein Auslöser sein für eine neue Kommunikationskultur“, sagt Enders. Bemängelt haben die rund 33.000 Befragten die schlechte Verständigung mit den Vorgesetzten, fehlende Anerkennung ihrer Leistung und das Gefühl, beim Melden von Problemen nicht ernst genommen zu werden. Das gefährde den Unternehmenserfolg, warnt Enders: „Kommunikation schafft Motivation, und die ist genauso wichtig wie fachliche Kompetenz.“ Darum will er bei allen Managern bis zur untersten Führungsebene Bonuszahlungen nicht nur an den finanziellen Erfolg knüpfen, sondern auch an eine messbar bessere Kommunikation. Gleichzeitig fordert er mehr Kontakte zu Mitarbeitern, die zwei oder mehr Führungsebenen entfernt sind. „Wer sich bei der Befragung im kommenden Jahr nicht verbessert“, so Enders, „muss mit Konsequenzen rechnen.“

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.04.2010, 01:55 UhrAnonymer Benutzer: Airbus Mitarbeiter

    Leider ist die Realitaet bei Airbus noch schlechter als hier dargestellt. Hier gibt es miese Stimmung, uberhoehter Druck von oben, bei gleichzeitig nicht vorhandenem Respekt fuer Mitarbeiter und Kollegen und - vor allem - arrogante Unternehmenskultur. Nur leider wird "der Kranke" sich nicht selbst heilen koennen. Einem Unmotivierten wird gesagt: motiviere Dich! Sonst gibt es kein bonus!

    Die neuesten Forschungserkenntnisse zu Fuehrungspraktiken und Motivationstheorien sind bei Airbus-Managern noch nicht angekommen. bleibt nur noch eines, das die Mitarbeiter bindet - das Geld. Und so laufen alle halbtot, innerlich gekuendigt taeglich durch das Unternehmen und verlassen die Firma nicht, weil die Angst, es wo anders finanziell (und prestigioes!) nicht so gut zu haben, laehmt.

  • 27.10.2009, 13:31 UhrAnonymer Benutzer: Hugo Egon

    Diese Meldung kommt genau zur richtigen Zeit: Ganz Frankreich diskutiert derzeit sehr erregt über Selbstmordwellen bei Renault, France Telecom und Co. Das sich bei über 40.000 Mitarbeitern auch mal einer davon in den Kopf schiesst und das das nicht unbedingt direkt etwas mit dem Job zu tun haben muss, daran denkt aber keiner. ist so wie mit den Flugzeugen, ein Airbus stürzt ab und während der nächsten 10 Tage sind die Tageszeitungen voll von Meldungen mit identischen Flugzeugmustern. Nur eine Frage der Zeit bis die erste Meldung kommt: Frustrierter Airbus-Mitarbeiter "vergisst" Schraubenschlüssel an bord einer A380 und bringt 800 Menschen den Tod?

  • 25.10.2009, 00:16 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    9% Mitarbeiter meinen, sie seien motiviert - ist das nicht doch einfach der deutsche Durchschnitt? insofern steht Airbus doch gar nicht schlecht da...

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