
Vor allem beim A380 sind die Probleme kaum kleiner als beim A400M. „Das ist eine versteckte Bombe“, sagt Grossbongardt. Auch zwei Jahre nachdem Singapore Airlines den Liniendienst begonnen hat, verließen wegen der aufwendigen Nacharbeiten in 2009 statt der geplanten 13 nur 10 Maschinen das Werk – und jede mit Verlust. Airbus kündigte heute zwar an, die A380-Auslieferungszahlen in diesem Jahr verdoppeln zu wollen und insgesamt 20 Maschinen ausliefern. Etwas anderes bleibt dem Flugzeugbauer aber kaum übrig. „Es drohen erhebliche Zusatzkosten und das Flugzeug scheint ein Fass ohne Boden zu sein“, sagt ein hochrangiger Manager: „Wir müssen 2010 den Durchbruch zur Serienfertigung schaffen und um die 20 Maschinen produzieren, sonst ist zusammen mit dem A400M-Desaster bei neuen Programmen unsere Glaubwürdigkeit bei den Kunden gefährdet.“ Beim Langstreckenflugzeug A350 fürchten Skeptiker im Unternehmen, „dass auch dieses Projekt in die Krise gerät“.
Zudem braucht Airbus dringend zumindest operative Gewinne aus dem Verkauf. Nach einer Schätzung der Investmentbank Credit Suisse wird Airbus bereits 2012 fast ein Viertel weniger Flugzeuge ausliefern als im vergangenen Jahr und dadurch der Umsatz von gut 30 Milliarden um mindestens 20 Prozent sinken. Beim Cash-Flow genannten Mittelzufluss erwarten die Analysten dadurch ein Minus von bis zu fünf Milliarden Euro.
Fluglinien fehlt Geld für neue Maschinen
Zwar hat Airbus in seinen Büchern mehr Aufträge denn je. Aber den Fluglinien fehlt das Geld, auch wenn sie angesichts der hohen Spritkosten gerne sparsamere Maschinen hätten. "In der Krise ist bei den Airlines das Vermögen wie Schnee in der Sonne geschmolzen", sagt ein führender Konzernmitarbeiter.
Je länger die Krise dauert, umso mehr belastet zudem das Überangebot an gebrauchten Maschinen das Neugeschäft. Der Preisvorteil bei den Gebrauchten macht den Vorteil neuer Maschinen beim Spritverbrauch oder den Wartungsarbeiten wett. "Da lohnt es sich unter Umständen sogar, eine feste Bestellung platzen und die Anzahlung in Höhe von zehn Prozent verfallen zu lassen", sagt der Chef eines europäischen Billigfliegers.
Schwacher Dollar drückt die Einnahmen
Zu allem Überdruss drückt der anhaltend schwache Dollar die Einnahmen. Weil Airbus vorwiegend in Europa produziert, seine Flieger aber in der US-Währung verkauft, ließ der fallende Dollar das Konzernergebnis bereits im vergangenen Jahr um eine Milliarde Euro schrumpfen, wie ein Airbus-Manager bestätigt: „Und 2010 wird es noch mal eine Milliarde.“ Zwar schützt sich der Konzern durch Währungssicherungsgeschäfte und das Umbauprogramm Power8, das unter anderem die Produktion im Dollar-Raum hochfahren soll. „Doch das deckt nur etwa 30 Prozent des finanziellen Gegenwinds, der in den kommenden drei Jahren droht“, sagt Ross Cowley, Analyst bei Credit Suisse.
So erwarten Mitarbeiter, dass Enders bald neue Reformen und Sparprogramme bei Airbus ankündigt – wenn nicht in Sevilla, dann kurz darauf. Denn es gilt, nicht nur Airbus, sondern auch seine Karriere zu retten. „Enders möchte in zwei Jahren Gallois als Konzernchef beerben“, sagt ein Mitarbeiter. „Aber da er sich mit seiner offenen Art nicht viele Freunde gemacht hat, schafft er das nur, wenn er Probleme schnell in den Griff bekommt.“














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Alle Kommentare lesen13.01.2010, 15:00 UhrAnonymer Benutzer: Charly
Wenn Enders Gallois beerben will, muß er sich zuvor einen französischen Pass besorgen...
(MERKE : die Franzosen sind immer die bosse und die Deutschen sind für die Arbeit zuständig!)