Fonds: Geldanlage Wein: "Der Markt ist tot"

Fonds: Geldanlage Wein: "Der Markt ist tot"

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Schwere Zeiten für Wein als Kapitalanlage

Wein als Geldanlage erfüllt nicht die Erwartungen.

Im September 2008 konnte die Anlagegesellschaft Wealthcap den Teilhabern des geschlossenen BC VB Bordeaux Weinfonds eine dieser Tage vergleichsweise gute Nachricht übermitteln: Von dem Geld, das sie einzahlten, mindestens 25.000 Mark, haben sie 103,5 Prozent zurückerhalten – eine Verzinsung von unter einem Prozent, aber immerhin kein Verlust. Investiert hatte Wealthcap in Rotwein aus dem Bordeaux 1995, 1997, 1998 und 1999, von denen jedoch lediglich der 1998er als herausragender Jahrgang gilt. Beim zuletzt aufgelegten Fonds, den BC Vinum 2002 für eine Anlagesumme in Höhe von mindestens 8098 Euro anbot, bleibt es den Eigentümern nach dessen Auflösung Ende dieses Jahres selbst überlassen, den Wein zu veräußern – oder ihn in den Keller zu legen.

„Der Markt ist tot“ , sagt Jan-Erik Paulson, Händler von Raritätenweinen, der zwei geschlossene Fonds für Rotweine managt. Vergangene Woche räumte Paulson ein, dass er seinen über 100 Investoren erst die Hälfte der Einlagen zurückzahlen konnte und die übrigen Weine erst später als geplant verkaufen will. Von einem Wein, ein 86er-Lafite-Rothschild, konnte er zwar alle 320 Flaschen des Fonds für doppelt so viel verkaufen, wie der Fonds selber bezahlt hatte, von den Spitzenpreisen um 850 Euro pro Flasche waren die erzielten 480 jedoch weit entfernt. „Die Zeit der idiotischen Preise ist vorbei. Viele Weinsammler trennen sich jetzt von Flaschen. Das fällt leichter als vom Zweitwagen oder Immobilie“, sagte Paulson vergangene Woche bei einer Veranstaltung „Wein als Kapitalanlage“ auf Schloss Johannisberg im Rheingau. Es gebe zurzeit nicht genügend Kunden, die hohe Preise zahlen. Im Prinzip sei ihm Wein als Kapitalanlage eigentlich gar nicht recht: „Wein ist zum Trinken da.“ Genau das aber passiert derzeit nicht. Auch ein Grund, warum neue Fonds rund um Wein rar sind wie die Weine, die sie handeln wollen.

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In der Szene ist von einem Fondsinitiator die Rede, der seine im Prospekt avisierten Rendite noch halten konnte. Jedoch nur, weil die Weine seines Fonds von nur einem Händler gekauft wurden. Der Mann habe Angst gehabt, dass die Preise mehrerer hochwertiger italienischer Rotweine in den Keller gehen könnten, wenn auf einen Schlag mehr als 60.000 Flaschen auf den Markt gekommen wären. 

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