Einstellen oder ausbauen? Ende der Neunziger stand das Experiment Smart vor dem Aus. Doch weil bereits mehr als eine Milliarde Euro in die Entwicklung geflossen war und im Falle der Stilllegung der Fabrik im elsässischen Hambach hohe Kompensationszahlungen an die Zulieferer fällig geworden wären, entschied Konzernchef Jürgen Schrempp, „die Sache durchzuziehen“. Er kaufte Hayek aus dem Projekt heraus und setzte mit Renschler, damals Mercedes-Chef in den USA, einen als kostenbewusst geltenden Mann an die Spitze. In kürzester Zeit wurden neue Varianten auf die Smart-Architektur gepfropft, der Roadster wurde mit mehr als 20.000 verkauften Exemplaren 2003 zu einem Überraschungserfolg. Mit dem Forfour geht nun der erste Smart an den Start, der im Grunde gar keiner mehr ist. Entwickelt von Ingenieuren der Schwestermarke Mitsubishi, teilt sich der Kleinwagen mehr als 50 Prozent seiner Bauteile mit dem Mitsubishi Colt, die Benzinmotoren stammen aus einem deutsch-japanischen Gemeinschaftswerk in Thüringen, die ab Herbst verfügbaren Diesel von Mercedes. Smart am neuen Smart ist vor allem die Optik: die vom Zweisitzer bekannte Zweifarbigkeit, der Mix aus Metall und Kunststoff, das mit plüschigem Stoff bezogene Armaturenbrett. „Wir wollen die Langweiligkeit im Kleinwagensegment auflösen“, kündigt Renschler an. Aber brauchen die Kunden im ohnehin hart umkämpften und für die meisten Hersteller wenig profitablen Kleinwagensegment noch ein zusätzliches Angebot? Auf der Automesse IAA in Frankfurt lästerten die Konkurrenten zwar über den „Mitsubishi mit aufgeklebten Plastikteilen“, doch sie nehmen den neuen Mitstreiter sehr ernst. Marketingstudien zeigen, dass der große Bruder des Ur-Smart ähnlich wie der Mini von BMW eine junge, trendorientierte Kundschaft anspricht. „Dagegen sieht unser Polo ziemlich alt aus“, befürchtet ein VW-Vorstand. Mit dem Forfour könnte der Marke Smart der lang ersehnte Durchbruch gelingen. 80.000 Exemplare will Renschler im ersten vollen Produktionsjahr 2005 verkaufen – die Hälfte des Mini-Absatzes 2003. Preislich wird das Einstiegsmodell knapp unter 13.000 Euro liegen, ziemlich genau zwischen Polo und Mini. Geld verdienen wird die jüngste DaimlerChrysler-Marke entgegen allen früheren Ankündigungen aber auch im siebten Jahr ihres Bestehens nicht. Laut Renschler verhagelt der neue Offroader das Ergebnis 2004. „Ohne die Entwicklungskosten für den Formore würden wir in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben.“ Das neue Ziel für das Erreichen der Gewinnschwelle lautet 2006. Bis die mehr als zwei Milliarden Euro eingespielt sind, die bisher in das Experiment Smart geflossen sind, wird es noch länger dauern. Renschler ist optimistisch: „Das schaffen wir noch in diesem Jahrzehnt.“
Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...






















