Formel 1: Rasen für Asien

Formel 1: Rasen für Asien

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Andreas Fischer-Appelt

von Martin Seiwert

Honda und BMW haben der Königsklasse den Rücken gekehrt, VW prüft dagegen einen Einstieg mit den Marken Audi oder Porsche. Ist PS-Protzen in Zeiten von Klimawandel und Elektroauto noch die richtige Werbung für Autohersteller? Andreas Fischer-Appelt, Vorstand der Werbeagentur fischerAppelt AG, sagt ja – und freut sich schon auf den Zweikampf der Autogiganten Toyota und Volkswagen.

wiwo.de: Herr Fischer-Appelt, im VW-Konzern gibt es Überlegungen, künftig mit Audi oder Porsche in der Formel 1 anzutreten. Was halten Sie als Kommunikationsexperte von der Idee?

Fischer-Appelt: Es ist nicht nur Volkswagen. Auch bei Toyota gibt es scheinbar Überlegungen, in die Formel 1 zurückzukehren. Das wäre schon eine spannende Entwicklung, wenn die beiden Unternehmen, die sich eine Schlacht um die Weltvorherrschaft liefern, künftig auch in der Formel 1 gegeneinander antreten würden.

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Toyota, BMW und Honda sind vor kurzem aus der Formel 1 ausgestiegen – wegen hohen Kosten, zu geringer Werbewirkung oder weil die röhrenden Boliden nicht mehr zu dem grünen Image passen, das die Autobauer gerne hätten. Daran hat sich doch nichts geändert?

Gerade in Deutschland scheint die Formel 1 nicht mehr so wichtig zu sein für das Marketing. Das Auto wird als Statussymbol weniger wichtig und es steht nicht mehr unbedingt die Sportlichkeit der Fahrzeuge im Vordergrund. Daimler engagiert sich sogar im Car-Sharing!  Da die Sensibilität für Umweltthemen in Deutschland sehr groß ist, passt die Formel 1 tatsächlich nicht zu den Nachhaltigkeitsbemühungen der Unternehmen. Aber weltweit führende Autobauer wie VW oder Toyota haben nicht nur Deutschland im Blick. In den am stärksten wachsenden Märkten in Asien übt die Formel 1 weiterhin eine große Faszination aus. Weltweit betrachtet, kann ein Einstieg in die Königsklasse sinnvoll sein.

War es ein Fehler, dass BMW der Formel 1 den Rücken gekehrt hat?

Im Nachhinein könnte es sich schon als Fehler herausstellen. Auch für BMW kommt das Wachstum vor allem aus Ländern, in denen die Formel 1 eine große Bedeutung für das Image hat, etwa in Asien.

In den großen Autobauer-Nationen wie Deutschland, Frankreich, Japan oder den USA sinkt das Interesse am Auto-Rennsport und Umweltaspekte werden wichtiger. Wird dieser Trend nicht auch bald in Asien ankommen?

Es gibt diesen Trend, es gibt aber auch ein Wachstum der Formel 1. Sie wird immer globaler und scheint immer mehr Menschen zu erreichen. Offenbar müssen die Autokonzerne bei ihrem Marketing zweigleisig fahren: Mit Nachhaltigkeit und Elektroautos in den westlichen Märkten, mit der Betonung auf Leistung und Leidenschaft in den stark wachsenden Schwellenländern Asiens.

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