Fotografie: Leica: Mit Kamera-Neuheiten aus den roten Zahlen

Fotografie: Leica: Mit Kamera-Neuheiten aus den roten Zahlen

Die deutsche Kultmarke Leica macht es Apple nach und setzt sich in New York in Szene. Die Fotokameras M9, X1 und S2 sollen beim kriselnden Markenhersteller die Trendwende bringen. Die könnte tatsächlich gelingen – signalisieren zumindest die Vorbestellungen.

Klappern gehört zum Handwerk. Und Rudolf Spiller versteht sein Handwerk: Der Vorstandschef des Kameraherstellers Leica aus dem hessischen Solms präsentiert zusammen mit dem Sänger Seal in New York die neuen Produkte der Kultmarke – so wie sonst nur Apple-Chef Steve Jobs seine Neuheiten zelebriert. Vorher registrierte Leica-Fans verfolgen das Spektakel vor amerikanischen Journalisten live im Internet. Spiller hat sich dafür den 09.09.09, 9 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit), als Termin ausgesucht. Anlass: Leica stellt gleich zwei neue Hoffnungsträger vor – zum einen die Messsucherkamera M9, zum anderen die Kompakte X1.

Die Messsucherkamera M9, der neueste Spross von Leicas traditionsreicher M-Serie, ist die erste Kamera ihrer Art mit Vollformatsensor (entspricht der Größe eines Kleinbildnegativs) und soll 5495 Euro kosten. Die Vorbestellungen der kleinen Reportagekamera sollen sich laut Spiller auf „eine mittlere vierstellige Zahl“ belaufen und geben dem Unternehmen, das die Umstellung von der analogen zur digitalen Technik verschlafen hatte, Anlass zu Hoffnung. „Der Markt wartet schon auf die neuen Produkte“, sagt Spiller. Der Leica-Chef rechnet daher damit, eine Woche nach dem Verkaufsstart der M9 bereits „eine fünfstellige Zahl an Bestellungen“ zu erreichen. 10.000 Kameras entsprächen einem Umsatz von rund 55 Millionen Euro. Zielgruppe sind vor allem Berufsfotografen.

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Kompaktes Einsteigermodell vor Weihnachten

Noch mehr Schub fürs Geschäft soll die neue Kompaktkamera X1 bringen. Sie fungiert als vergleichsweise preiswertes Einsteigermodell und kostet 1550 Euro – geschätzter Umsatz durch Vorbestellungen: zwölf Millionen Euro. Die Kompakte liegt allerdings erst kurz vor Weihnachten in den Geschäften der Fachhändler und den wenigen eigenen Leica-Läden. Sollte die Produktion dann nicht nachkommen, gibt es Gutscheine. Denn der Ansturm könnte größer sein als erwartet. „Erste Tests in Kuba und den USA haben gezeigt, dass Profifotografen die X1 als verlässlichen Begleiter schätzen – etwa, um das Set zu dokumentieren“, sagt Spiller.

Dazu spült die Profikamera S2, die Leica bereits auf der letztjährigen Photokina vorgestellt hat, die aber erst jetzt in den Handel kommt und der Marke Hasselblad Konkurrenz machen soll, durch Vorbestellungen einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in die Kasse. Spiller ist zuversichtlich, dass Leica so die Trendwende schaffen kann. Eine Kaufzurückhaltung mitten in der Krise merkt der Leica-Chef nicht. „Lifestyle-Produkte“, wie Leica-Kameras, kauften die Liebhaber „unabhängig von der Wirtschaftskrise“, ist Spiller überzeugt.

6,8 Millionen Euro Verlust

Leica M9

Leica M9

Ob bereits Ende des laufenden Geschäftsjahres eine schwarze Null dabei herauskommt, wollte der Leica-Chef nicht kommentieren. Schließlich sei das Unternehmen (noch) börsennotiert und unterliegt Veröffentlichungspflichten. Der Squeeze-out ist nach einem Einspruch der Minderheitsaktionäre zunächst auf Eis gelegt, Haupteigner ist der Österreicher Andreas Kaufmann, dessen Gesellschaft ACM mehr als 96 Prozent der Anteile hält.

Im ersten Quartal, das Ende Juni endete, schrieb Leica 6,8 Millionen Euro Verlust – fast doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum. Dank besserer Geschäfte mit Kompaktkameras und den Vorgängermodellen der M9 stieg der Umsatz dagegen um drei auf rund 29 Millionen Euro. Rund 84 Prozent des Umsatzes erzielt der deutsche Hersteller im Ausland. Die gut 1000 Beschäftigten sollen nun einmalig auf 60 Prozent ihres Weihnachts- und Urlaubsgeldes verzichten. Spiller erwartet, in Kürze eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat treffen zu können. Hoffentlich zum letzten Mal, wenn die neuen Kameras tatsächlich so einschlagen, wie erwartet.

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