Fotovoltaik: Wie Chinas Solarindustrie unschlagbar billig wurde

Fotovoltaik: Wie Chinas Solarindustrie unschlagbar billig wurde

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Solaranlage in China

von Martin Seiwert

Die Solarzellenfirma Yingli aus China wird als einer der globalen Sponsoren bei der Fußball-WM vertreten sein - und erhofft sich dadurch mehr Aufmerksamkeit. Immerhin hat die chinesische Solarindustrie mittlerweile mit Schnäppchenpreisen die einstigen Solar-Champions Deutschland und Japan überflügelt.

Wenn im Juni in Südafrika die Fußballweltmeisterschaft angepfiffen wird, werden Milliarden Menschen eine neue Marke kennenlernen: Yingli. Der chinesische Solarzellenhersteller wird sich als einer der globalen Sponsoren der WM in den 16 Endrundenspielen präsentieren – zusammen mit Weltmarken wie McDonald’s und Sony.

Mit seinem teuren WM-Engagement will Yingli-Chef Miao Liansheng nicht nur mehr Aufmerksamkeit für sein erst zwölf Jahre altes Unternehmen. Er will das Billigheimer-Image abstreifen und der Welt sagen, wo er sich in der Branche sieht: ganz oben.

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Yingli steht für die gesamte chinesische Solarindustrie. In den vergangenen Jahren hat sie mit Solarzellen zum Schnäppchenpreis die einstigen Solar-Champions Deutschland und Japan überflügelt.

Durchbruch am Weltmarkt

Mit 33 Prozent Weltmarktanteil 2009 liegt das Reich der Mitte klar vor Deutschland (19 Prozent) und Japan (16 Prozent). 6 der 20 größten Solarzellenhersteller kommen aus China. Fußball-Sponsor Yingli ist auf Platz fünf vorgerückt und lauert direkt hinter dem deutschen Riesen Q-Cells. Weltgrößter Anbieter ist First Solar aus den USA vor dem chinesischen Yingli-Konkurrenten Suntech und dem japanischen Elektronikkonzern Sharp.

Den Durchbruch am Weltmarkt schafften die Chinesen mit Kampfpreisen: Möglich sind die durch modernste Produktionstechnik, niedrige Lohnkosten – Yingli zahlt seinen Arbeitern rund 300 Euro im Monat – und staatliche Hilfen wie günstige Kredite und Grundstücke. 15, teilweise sogar 30 Prozent weniger kosten die Zellen aus Fernost, verglichen mit qualitativ ähnlichen Produkten aus Deutschland oder Japan.

Preiskampf angeheizt

Leidtragende sind direkte Wettbewerber wie der einstige Branchenführer Q-Cells aus Thalheim in Sachsen-Anhalt. Der von den chinesischen Anbietern angeheizte Preiskampf bescherte dem Unternehmen 2009 fast 1,4 Milliarden Euro Verlust.

Noch schlimmer traf es den Thalheimer Hersteller CSG Solar. Kurz vor Weihnachten musste er seine Produktion einstellen und drei Viertel der Mitarbeiter entlassen. Zwei führende Manager erkannten die Zeichen der Zeit – sie wechselten in die Europa-Zentrale von Suntech.

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