Foursquare-Gründer Dennis Crowley: "Wir werden definitiv Geld verdienen"

Foursquare-Gründer Dennis Crowley: "Wir werden definitiv Geld verdienen"

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Dennis Crowley, Gründer des mobilen Intenet-Dienstes Foursquare

von Michael Kroker

Der Gründer des mobilen Internet-Dienstes Foursquare über künftige Partner und Verdienstquellen, über die Konkurrenz mit Facebook – und ein mögliches Ende der Unabhängigkeit.

WirtschaftsWoche: Mr. Crowley, Foursquare ist derzeit stark angesagt und wächst enorm bei den  Nutzerzahlen, aber ein Geschäftsmodell jenseits der Check-ins ist nicht erkennbar.

Dennis Crowley: Doch, wir haben ein Geschäftsmodell, aber haben es noch nicht in die Praxis umgesetzt. Wir haben zunächst Geld von Kapitalgebern eingesammelt, um finanziellen Spielraum für das Wachstum zu bekommen. 2010 sind wir erste Kooperationen mit Markenherstellern und Medienpartnern wie dem "Wall Street Journal" oder der Café-Kette Starbucks eingegangen, die mit speziellen Badges – virtuellen Anstecknadeln für die Nutzer – und gesponserten Seiten auf Foursquare experimentieren. Solche Partnerschaften werden uns signifikante Umsätze liefern.

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Wie können Sie noch Kapital aus Ihren aktuell rund sechs Millionen Nutzern schlagen, die sich via Smartphone an Orten wie Restaurants einchecken?

Das größte Potenzial versprechen wir uns von der Zusammenarbeit mit Lokalen in den Städten wie Kaffee-Shops, Bars oder Restaurants. Wir haben eine Softwareplattform, die Händler nutzen können, um spezielle Angebote für Foursquare zu konzipieren. Das können etwa Rabatte sein, wenn ein Kunde drei Mal die Woche via Foursquare in einer Kneipe eincheckt. Das wollen wir ausbauen und weitere Dienste starten. Mit solchen Angeboten werden wir definitiv Geld verdienen.

Welche neuen Dienste könnten das sein?

Wir wollen einem Händler verschiedene Möglichkeiten bieten, mit seinen besten Kunden in Kontakt zu treten. Auf diesem Feld experimentieren auch Twitter und Facebook. Unser Dienst dreht sich rund um das Einchecken an einem bestimmten Ort, was quasi ein eingebautes Loyalitätsprogramm darstellt. Ein Restaurant- oder Ladeninhaber bekommt durch die Check-ins mit, welcher Kunde besonders häufig kommt und wer noch Freunde mitbringt.

Dadurch dringen Sie aber ein in das Terrain des Empfehlungsportals Yelp und des Gutscheinanbieters Groupon.

Es existiert ein enormes Geschäftspotenzial – verschiedene Anbieter können sich ergänzen oder kooperieren; da ist ausreichend Platz für mehrere Unternehmen.

Die größte Bedrohung ist wohl Facebook: Das soziale Netz hat mit Facebook Places sein eigenes Check-in-Angebot.

Ich sehe Facebook nicht als größte Bedrohung. Der Dienst ist sogar positiv für uns, denn er hebt die Aufmerksamkeit für die Geolokalisierungsdienste. Es ist ein Vorteil von Foursquare, dass wir auf Lokalisierung spezialisiert sind, während es bei Facebook um das Teilen von Inhalten geht. Das sind unterschiedliche Dienste.

Beobachten Sie ein unterschiedliches Nutzungsverhalten in Europa oder Asien?

Nein, die durchschnittliche Zahl der Anmeldungen eines Nutzers liegt quer durch alle Regionen bei 3,1 Check-ins pro Tag: Frühstück, Mittag- und Abendessen, dann eventuell noch Ausgehen am Abend.

Bei der Finanzierungsrunde im Sommer 2010 wurde Foursquare mit 100 Millionen Dollar bewertet. Sind Sie damit noch zufrieden angesichts der jüngsten Bewertungen von Facebook oder Groupon?

Damit beschäftige ich mich nicht. Ich will nur Foursquare vorantreiben.

Haben Sie dafür noch ausreichend Kapital, oder steht eine neue Finanzierung an?

Die letzte Kapitalspritze dürfte uns bis Ende des Jahres bringen – und das berücksichtigt nicht die neuen Verdienstmöglichkeiten, die wir derzeit erschließen.

Und was folgt am Jahresende – eine weitere Finanzierung oder der Börsengang?

Einen Börsengang sehe ich mittelfristig nicht. Wir wollen erst neue Dienste aufbauen und unsere Nutzerzahl erhöhen. Dafür gibt es mehrere Wege, etwa eine weitere Finanzierung oder eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen.

Bleibt Foursquare langfristig unabhängig?

Foursquare muss schnell von 5 auf 10 und dann auf 20 Millionen Nutzer kommen. Schaffen wir das – wie Facebook oder Twitter – alleine, oder machen wir das mithilfe eines Partners? Aktuell arbeiten wir unseren eigenen Wachstumsplan ab. Aber möglicherweise ergibt sich auf dem Weg eine neue Option.

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