Frankfurter Flughafen: IVG-Großprojekt Airrail-Center: Baukosten steigen auf eine Milliarde Euro

Frankfurter Flughafen: IVG-Großprojekt Airrail-Center: Baukosten steigen auf eine Milliarde Euro

Das Bauprojekt Airrail-Center am Frankfurter Flughafen um mehr 50 Prozent teurer als geplant und erst mit rund einem Jahr Verspätung fertig.

Das geht aus einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young im Auftrag der Airrail-Center-Gesellschafter, dem Bonner Immobilienkonzern IVG und der Fraport AG, hervor.

Demnach steigen die Baukosten des monumentalen Büro-, Shopping- und Hotelkomplexes von ursprünglich geplanten 660 Millionen Euro auf rund eine Milliarde Euro. Das Gebäude werde zudem erst Ende 2010 fertiggestellt, so Ernst & Young. Die erst im Juni zugegebene Kostensteigerung auf 840 Millionen Euro ist damit Makulatur.

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Die Airrail-Gesellschafter haben auf das Gutachten bereits reagiert und die Airrail-Geschäftsführung faktisch entmachtet.

Ein zehnköpfiges Team von Ernst & Young hat als externer „Termin- und Kostensteuerer“ die Regie bei dem neben der Elbphilharmonie technisch und architektonisch anspruchsvollsten deutschen Immobilienprojekt übernommen.

Dem technischen Geschäftsführer Franz Knepper wurde bereits ein zweiter technischer Geschäftsführer an die Seite gestellt. Die IVG als alleiniger Investor des Airrail-Centers will die Mehrkosten durch einen verstärkten Verkauf von Immobilien auffangen. Bis Ende 2011 soll die IVG auf diesem Weg eine Milliarde Euro erlösen, sagte ein Sprecher gegenüber der WirtschaftsWoche und korrigiert damit bisherige Angaben nach oben. Die Hälfte dieser Summe sei durch Immobilienverkäufe aber schon erreicht.

Der Verlust für die IVG aus dem Airrail-Center dürfte sich auf rund eine Viertelmilliarde Euro summieren. Wie ein IVG-Sprecher bestätigte, hat der Konzern in ähnlicher Höhe – nämlich für rund 300 Millionen Euro – eine Staatsbürgschaft beantragt.

Airrail-Geschäftsführer Jens Dörrie bezweifelt wesentliche Aussagen des Prüfberichtes

Er geht nach wie vor davon aus, dass die Hotel-Kette Hilton, die zwei Hotels in dem riesigen Neubau über dem ICE-Fernbahnhof des Flughafens eröffnen will, und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die ihre Deutschland-Zentrale ins Airrail-Center verlagern will, im Frühjahr 2010 einziehen können: Dörrie: „Die Prognosen von Ernst & Young unterscheiden sich von unseren Einschätzungen.“

Die Baukostenexplosion von rund 340 Millionen Euro hat ihre Ursache unter anderem in billigem chinesischem Spezialstahl, von dem die Manager 2008 rund 9.000 Tonnen geordert hatten.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche mussten im April dieses Jahres Hunderte von Tonnen bereits verbauter Stahlelemente wegen zu spät entdeckter Qualitätsmängel wieder demontiert werden. Dörrie erklärt dazu, die Qualitätssicherung durch „zertifizierte Gutachter aus Deutschland“ vor Ort in China habe versagt.

Dörrie beziffert den Schaden allein durch den fehlerhaften Stahl auf neun Millionen Euro. Hinzu kommen nach Angaben Dörries höhere Kreditkosten von 90 Millionen Euro. 20 Millionen Euro Nachforderungen drohen dem Airrail-Center-Management durch den im April 2008 ausgeschiedenen Generalunternehmer Alpine Bau Deutschland.

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