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Frauenförderung: Post-Chef Appel lehnt Frauenquote für Unternehmen ab

von Christian Schlesiger

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post sagt, das Geschlecht spiele bei der Besetzung von Spitzenposten keine Rolle mehr.

Im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte der Konzernchef: “Es bedarf keiner Quoten, um Frauen ins Top-Management zu bringen. Was will man mit einer Quote jetzt noch erreichen? Dann wäre so etwas vor 10 oder 20 Jahren sinnvoll gewesen.“ Appel weiter: „Sprechen Sie heute doch einmal mit jungen Leuten: Junge Frauen lehnen eine Quote ab, weil sie sich damit in ihrer Qualifikation nicht ernst genommen fühlen. Und junge Männer lehnen die Quote ab, weil sie Frauen dann nicht mehr als gleichberechtigte Partnerinnen im Beruf erleben können.“

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Der Post-Chef plädierte dafür, „jedem Unternehmen eigene Wege zu ermöglichen“. In den vergangenen Jahren habe sich einiges geändert. „Unternehmen sind durchlässiger geworden, das Geschlecht spielt bei der Auswahl von Führungskräften immer weniger eine Rolle“, so Appel. „Auf unseren Führungsebenen sehe ich weltweit viele Managerinnen, die großes Potenzial haben. Allerdings dauert es in einem globalen Konzern wie unserem mitunter 15 Jahre oder länger, bis eine Führungskraft genügend Erfahrung gesammelt hat, um in den Vorstand zu kommen.“

Der Vorstandschef der Deutschen Post verwies auf den gestiegen Anteil weiblicher Führungskräfte bei der Deutschen Post. Auf den ersten drei Führungsebenen gebe es 15 Prozent. Insgesamt seien von den mehr als 450 000 Beschäftigten weltweit rund 40 Prozent Frauen. In seinem unmittelbaren Umfeld seien rund ein Drittel der Führungskräfte weiblich.

Appel forderte die Politik auf, die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Kind und Karriere zu verbessern. „Manche Frauen erhalten ein marktübliches Gehalt, arbeiten aber dennoch nur für die Kosten der Versorgung ihrer Kinder. Die Politik muss auf die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungskosten und den schnelleren Ausbau der Ganztagsschulen hinwirken.“

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2011, 12:41 UhrAnonymer Benutzer: ABB

    Dass sich ausschließlich die Leistungsstärksten und Qualifiziertesten in den Führungsetagen durchgesetzt haben, können wir an den Krisen der letzten Jahre/Jahrzehnte sehen. Querdenker und innovative dürfen/durften hie und da in der Presse mal ihren Senf dazu geben, aber in den grossen und mittleren Unternehmen war man nicht interessiert. Es wirdund wurde eben verfahren wie vor 50 Jahren, was den Führungsstil und die Strategie betrifft. Das schliesst nun mal sozusagen als logischen Nebeneffekt auch die ignoranz Frauen gegenüber mit ein. Möglicherweise würde eine Frauenquote die alten betonköpfe in den Führungsetagen zum Umdenken zwingen und dann müsste nicht mehr nur bzgl. der Frauen über bessere Kinderbetreuung u.ä. nachgedacht werden sondern auch in bezug auf die betroffenen Männer.

  • 07.02.2011, 09:32 UhrAnonymer Benutzer: Dogbert

    Welch ein Szenario: reihenweise schnappen unqualifizierte Frauen dank Quote hochqzualifizierten Männern die Top-Jobs weg. Ein blick in die Führungsetagen bestätigt, wie akut diese Gefahr ist. Zum Glück ist dies noch nicht Realität. Ohne Quote setzen sich derzeit natürlich - auch unter den Männern - ausschließlich die Leistungsstärksten und Qualifiziertesten durch. Ergo tummeln sich aktuell in den Führungsetagen "the best of the best". Wie naiv muss man eigentlich sein, um daran zu glauben?

  • 06.02.2011, 13:14 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen Keitel, Garbsen

    Reicht das "Zickentheater" in der Politik noch nicht aus? Qualifikation und Durchsetzungsvermögen ist angesagt und gefordert, egal wo. Quoten, gleich welcher Art, sind dann nicht erforderlich und Artenschutzzonen sind überflüssig.

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