Friedenstag: Friedenskick in Herzogenaurach

KommentarFriedenstag: Friedenskick in Herzogenaurach

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Die Vorstandsvorsitzenden der Sportartikelhersteller adidas, Herbert Hainer (l), und Puma, Jochen Seitz, reichen sich beim Friedenskick in Herzogenaurach die Hand

Seit die Brüder Dassler vor 60 Jahren getrennte Wege gingen, spaltete sich das kleine Örtchen Herzogenaurach in zwei Lager. Wenn aber heute Adidas und Puma mit einem Fußball-Spiel gemeinsam den "historischen Handschlag" zelebrieren, vollzieht sich nur, was in der Unternehmenswirklichkeit längst Alltag ist.

Es ist schon erstaunlich: Jahrzehntelang galt das fränkische Städtchen Herzogenaurach als "Stadt des gesenkten Blicks" – begegneten sich zwei Leute auf der  Straße, guckte man sich erst einmal die Schuhe des Gegenübers an: Trug der Adidas-Treter oder Puma-Latschen, ist er einer von uns oder einer von denen? Seit die Brüder Dassler vor 60 Jahren getrennte Wege gingen, durchzog eine Grenze auf Höhe des Flüsschens Aurach die Kleinstadt, spaltete sich der Ort in zwei Lager. Beide Fraktionen hatten ihren eigenen Sportverein, ihre eigenen Lokale. Wer einmal bei Adidas schaffte, wechselte nicht zu Puma und umgekehrt. Herzogenauracher, die in die Verlegenheit gerieten, sich in ein Mitglied des feindlichen Stammes zu verlieben, verließen gar die Heimat, um gemeinsam im Exil (form-)streifenfrei glücklich zu werden.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse normalisiert: Mitarbeiter wechseln problemlos von der einen Seite der Aurach zu anderen; im Adidas-Top-Management arbeitet heute ein Enkel von Puma-Gründer Rudolf Dassler, gleichzeitig wirkt Adi Dasslers in die Jahre gekommener einstiger Assistent mit an der Puma-Spitze. Angestellte beider Konzerne kommen heute längst aus aller Herren Länder – was vor Dutzenden von Jahren die Franken erregte, nehmen die zugereisten Amerikaner, Italiener, Franzosen heute allenfalls noch als Teil der Marken-Folklore wahr. Wenn also heute Adidas und Puma mit einem Fußball-Spiel mit bunt gemischten Mannschaften gemeinsam pünktlich zum Weltfriedenstag den "historischen Handschlag" zelebrieren, vollzieht sich nur, was in der Unternehmenswirklichkeit längst Alltag ist.  

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Die Schmusewelle bleibt aus

Nur: Täuschen lassen sollte sich dadurch keiner. Zwar wird Puma-CEO Jochen Zeitz seinem Adidas-Pendant Herbert Hainer nicht gerade mit einer kapitalen Blutgrätsche in die Beine rauschen. Doch in Herzo bricht jetzt nicht die große Schmusewelle aus. Das ist nicht die Wiedervereinigung, Nord- und Südkorea bleiben getrennt. Nach dem Spiel geht es dann weiter -  Adidas und Puma, hinter Nike die Nummer 2 und 3 in der Rangliste der größten Sportkonzerne der Welt, werden wie gehabt auf allen Feldern um Umsätze, Marktanteile und Vorzeige-Stars ringen. Und sich so gegenseitig weiter anspornen. Konkurrenz fördert eben das Geschäft.

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