Führungsetagen: Dax-Firmen versprechen höheren Frauenanteil

Führungsetagen: Dax-Firmen versprechen höheren Frauenanteil

, aktualisiert 17. Oktober 2011, 16:35 Uhr
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Seit diesem Monat ist Claudia Nemat Europachefin der Deutschen Telekom. Derzeit sind gerade einmal sieben Posten in den Führungremien der 30 Dax-Konzerne mit Frauen besetzt.

Quelle:Handelsblatt Online

Aus Angst vor der gesetzlichen Frauenquote haben sich die Dax-Firmen heute selbst verpflichtet, den Anteil von weiblichen Führungskräften auf bis zu 35 Prozent bis 2020 zu steigern. Doch die Politik glaubt ihnen nicht.

BerlinBis spätestens 2020 soll der Frauenanteil in den Führungsetagen auf bis zu 35 Prozent steigen, wie aus einem heute in Berlin vorgestellten Katalog der Konzerne hervorgeht. Dieses Ziel ist äußerst ambitioniert vor dem Hintergrund, dass es die großen Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten gerade einmal auf einen Frauenanteil von derzeit 3,7 Prozent in den Vorständen geschafft haben. Dieser Anteil sei „einfach unterirdisch“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). 

„Ich bin der festen Überzeugung, ohne Gesetz wird es nicht gehen“, sagte von der Leyen. Das hätten die „frustrierenden Erfahrungen in den letzten zehn Jahren“ gezeigt. Per Gesetz müssten vor allem Sanktionen definiert werden, „wenn wieder nichts passiert“, sagte die Ministerin. 

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Die 30 führenden deutschen börsennotierten Unternehmen lehnen gesetzliche Regelungen entschieden ab. Jedes Unternehmen solle sich eigene Ziele setzen, sagte stellvertretend für die Konzerne der BMW-Personalvorstand Harald Krüger am Montag in Berlin. Damit werde ein klares Zeichen gesetzt.

„Wir werden uns deshalb Jahr für Jahr öffentlich daran messen lassen, was wir tatsächlich erreicht haben.“ In den kommenden fünf Jahren solle jährlich der Status quo und die Zielsetzung der Konzerne vorgestellt werden. Gesetzliche Vorgaben zur Erhöhung des Frauenanteils lehnte Krüger ab. Freiwilligkeit sei zielführender und nachhaltiger als ein Gesetz.


Vorbild Mittelstand

Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) riet den Dax-Konzernen, sich bei der Frauenförderung den Mittelstand zum Vorbild zu nehmen. Dieser habe sich an seine 2001 gegebene Selbstverpflichtung gehalten, dort seien in den vergangenen zehn Jahren 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt worden, sagte die Ministerin am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Dies müsse auch in Großkonzernen möglich sein. 

Die Frage nach einem Gesetz, dass es Frauen erleichtern soll, in die Führungsetagen der Top-Konzerne zu gelangen, spaltet derzeit die Bundesregierung. Während sich von der Leyen (CDU) erneut für ein Gesetz zur Frauenquote aussprach, stellte sich Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dagegen. Die FDP will erst 2013 über eine Frauenquote in den Führungsetagen der Top-Unternehmen entscheiden. Die CSU lehnt eine gesetzliche Quote für die Führungsetagen deutscher Top-Unternehmen kategorisch ab. 

SPD-Chef Sigmar Gabriel befürwortet eine feste Frauenquote in Führungspositionen von Dax-Unternehmen. Dadurch würden sich auch die Firmen verändern, sagte Gabriel am Montag im Deutschlandfunk.

Quelle:  Handelsblatt Online
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