Führungswechsel bei Unicredit: Rampls Kritik am Unicredit-Chef Profumo

Führungswechsel bei Unicredit: Rampls Kritik am Unicredit-Chef Profumo

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Dieter Rampl und Alessandro Profumo auf einer Pressekonferenz

Späte Genugtuung für Dieter Rampl: Vor fünf Jahren noch hatte Alessandro Profumo als Unicredit-Chef die Hypo-Vereinsbank von ihm übernommen. Heute wird Profumo als Vorstandsvorsitzender der italienischen Großbank zurücktreten – und Rampl soll ihn zumindest streckenweise beerben. Hinter dem Wechsel steckt jedoch weit mehr als eine Privatfehde, nämlich der Streit um den Großaktionär Libyen.

Dieter Rampl bleibt auf seinem Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden (Chairman) von Unicredit. Er und andere hochrangige Manager sollen die vakante Chefposition in dem südländischen Geldhaus vorübergehend besetzen.

Das Verhältnis zwischen Profumo und seinem Verwaltungsratschef, der einst seine HypoVereinsbank an ihn verkaufte, scheint zerrüttet. Hatten beide in den vergangenen Jahren stets Hand in Hand gearbeitet und Unicredit glänzend durch die Finanzkrise geführt, mehrte sich doch in den zurückliegenden Monaten die Kritik - auch Rampls - an Profumos Führungsstil.

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Konsequenzen ziehen

Seit Monaten beklagen Rampl und andere Verwaltungsratsmitglieder, dass sie von dem Mann, der seit 15 Jahren die Geschicke der Bank bestimmt, nicht mehr ausreichend über die Vorgänge und Entscheidungen informiert würden, er immer häufiger einsame Entscheidungen treffe. Der Umgang mit dem Einstieg des libyschen Staatsfonds Lia, bei dem sich Profumo fast komplett isoliert hatte, war nur das jüngste Beispiel.

Heute wird der 53-jährige Profumo, so verlautete gestern aus Finanzkreisen, die Konsequenz aus den Anfeindungen ziehen und in einer außerordentlichen Verwaltungsratssitzung seinen Rücktritt verkünden. Es dürfte bei Unicredit seine letzte einsame Entscheidung sein.

Laut Unternehmenskreisen ist aber noch unklar, ob Profumos Rücktrittsgesuch von der Bank angenommen wird. Profumo soll die Führungsgremien der Bank nicht rechtzeitig darüber informiert haben, dass der afrikanische Staat Libyen seine in Italien heftig umstrittene Beteiligung an der Großbank weiter ausgebaut hat. Libyen ist über die Zentralbank und einen Staatfonds mit insgesamt 7,6 Prozent an Unicredit beteiligt.

Unter Profumos Führung wurde die aus dem Zusammenschluss zahlreicher kleiner regionaler Kreditinstitute hervorgegangene Bank zu einer der größten in Europa. Unicredit hatte 2005 die Hypo Vereinsbank gekauft.

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