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Unternehmen: Für IT-Riesen bleibt Osteuropa schwierig

von Von Jens Koenen und Handelsblatt

Osteuropa lockt. Spätestens mit dem 1. Mai sind die zehn EU-Beitrittsstaaten für viele IT-Firmen auf der Agenda nach oben gerutscht. „Die Osterweiterung ist die größte Chance für die Europäische Union seit ihrem Bestehen“, ist Léo Apotheker, Vertriebsvorstand der SAP AG, zuversichtlich. SAP werde das Engagement in Osteuropa erheblich ausweiten.

FRANKFURT/M. Doch nicht alle teilen die Euphorie. Vor allem die kleinen IT-Spezialisten, die bereits seit Jahren in Osteuropa unterwegs sind, warnen vor übertriebenen Erwartungen. „Die Chancen in Osteuropa werden immer wieder falsch eingeschätzt“, sagt Martin Bergler, Finanzvorstand des österreichischen IT-Dienstleisters S&T. Zwar würden die IT-Ausgaben in Osteuropa zulegen, doch angesichts unterschiedlich weit entwickelter Märkte, eher begrenzter Auftragsvolumina sowie rechtlicher Regularien seien Enttäuschungen programmiert.

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S&T sitzt in Wien und erzielt den gesamten Jahresumsatz von zuletzt knapp 210 Mill. Euro ausschließlich in Osteuropa. „Als vor wenigen Jahren die Geschäfte in den Stammmärkten ins Stocken gerieten, drängten alle nach Osteuropa. Doch dann mussten sie feststellen, dass sie die Ausfälle im Westen durch den Osten kaum kompensieren konnten“, erinnert Bergler an frühere Enttäuschungen vieler IT-Anbieter.

„Ich habe das Gefühl, dass die Erwartungen hinsichtlich des osteuropäischen Marktes zu hoch sind“, bestätigt Thomas Deutschmann, Vorstandsvorsitzender des in Wien ansässigen Software-Herstellers Update.com. Die Firma ist auf Software für das Kunden-Management (CRM) fokussiert und betreut rund 70 Kunden in Osteuropa. Update.com ist nach einer schweren Krise gerade erst wieder auf Wachstumskurs gegangen.

Doch die Warnungen können die Zuversicht der großen IT-Konzerne kaum bremsen. So verfolgt Hewlett Packard in Osteuropa ehrgeizige Wachstumsziele. Erst vor wenigen Wochen hat HP in Bulgarien ein neues Kompetenz-Zentrum geschaffen. Der US-Konzern sieht sich in der Region mit einem Marktanteil von etwa 12 % bereits heute in der führenden Position.

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