FujitsuSiemens: Keine weitere Hängepartie bei Siemens

KommentarFujitsuSiemens: Keine weitere Hängepartie bei Siemens

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Michael Kroker

Der Ausstieg von Siemens aus dem Computer-Joint-Venture mit Fujitsu ist laut Verhandlungskreisen perfekt. Für den Fortbestand der deutschen Standorte von Fujitsu Siemens in Augsburg und Sömmerda ist nun entscheidend, welche Pläne der neue japanische Mehrheitseigner mit der PC-Fertigung hat. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Michael Kroker.

Dass Siemens aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Fujitsu aussteigen würde, war seit einigen Wochen klar: Denn der 1999 bei der Gründung von Fujitsu Siemens Computers (FSC) zwischen beiden Partnern geschlossene Vertrag läuft zehn Jahre. Wäre er nicht bis spätestens ein Jahr vorher – Fristende war September 2008 – gekündigt worden, hätte er sich automatisch um weitere fünf Jahre verlängert.

Doch Siemens-Chef Peter Löscher hatte im Laufe dieses Jahres bereits mehrfach erklärt, er sei mit der Rendite von FSC nicht zufrieden, im übrigen passe das Geschäft nicht mehr zu den drei Großsektoren Industrie, Energie und Gesundheit, auf die Löscher den Konzern ausgerichtet hat – eine wenig verschlüsselte Ankündigung des Ausstiegs. Ende September verlautete dann aus dem Siemens-Aufsichtsrat, dass der Konzern von seinem Recht, seine FSC-Anteile dem Partner anzudienen, Gebrauch gemacht habe. Von da an ging es nur noch um den Preis. Der ist mit geschätzt rund 400 Millionen Euro, die Siemens für sein 50-Prozent-Anteil erhält, nun offenbar gefunden.

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Eventuell Produktion in Europa

Damit endet die Hängepartie in Sachen FSC freilich nicht. Weiterhin offen ist, welche Pläne der künftige Mehrheitseigner aus Japan mit der PC-Fertigung hat – die wichtigste Frage für die deutschen Standorte in Augsburg und Sömmerda. Denn von den insgesamt 10.500 FSC-Mitarbeiter arbeiten 6200 in Deutschland, davon produzieren allein 2000 Menschen in Augsburg Computer und Server. Schon heißt es, Fujitsu habe es bloß auf das Geschäftskundengeschäft der Tochter abgesehen und wolle die PC-Sparte an den Rivalen Lenovo weiterreichen.

Lenovo hätte durchaus Erfahrung mit einem derartigen Deal: Die Chinesen haben 2005 das weltweite PC-Geschäft von IBM übernommen und vergleichsweise reibungslos integriert. Für die Beschäftigten in Deutschland wäre ein Einstieg von Lenovo möglicherweise gar überlebenssichernd: Denn dass Fujitsu auf Dauer eine teure Fertigung in Europa hält, halten die meisten Marktbeobachter für unwahrscheinlich.

Lenovo könnte mit einem Kauf dagegen auf einen Schlag das schwache Europageschäft aufpeppen; dabei ergäbe gar eine eigene Fertigung der Chinesen in Europa Sinn. So oder so – im Sinne aller ist wünschenswert, dass auch diese Entscheidung schnell fällt. Jede weitere Hängepartie würde Mitarbeiter wie Kunden von FSC unnötig weiter verunsichern.

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