Fundus Fonds: Adlon: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jagdfeld

Fundus Fonds: Adlon: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jagdfeld

von Daniel Schönwitz

Hinter den Kulissen wächst die Unruhe: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Fondsinitiator, Investoren fürchten um ihr Geld.

Anno August Jagdfeld wird seine Anleger auf der Gesellschafterversammlung an diesem Dienstag erneut vertrösten. „Wir empfehlen Ihnen eine Fortsetzung der im vergangenen Jahr beschlossenen konservativen Ausschüttungspolitik“, schreibt der Initiator im aktuellen Geschäftsbericht des „Fundus Fonds 31“, dem das Berliner Luxushotel Adlon gehört. Im Klartext: Die 5000 Anleger sollen schon das zweite Jahr in Folge keinen Cent erhalten.

Da die meisten ihr Stimmrecht von einer Firma ausüben lassen, die zur Jagdfeld-Gruppe gehört, dürfte sich der Hotelmogul mühelos durchsetzen – trotz massiver Proteste einiger Anleger.

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Größerer Ärger droht Jagdfeld an einer anderen Front: Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und hat in den letzten Wochen „umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen“ durchgeführt, so der Kölner Staatsanwalt Timo Seesko. Dabei gehe es „nicht nur ums Adlon, sondern auch um Heiligendamm“. Das Nobelhotel an der Ostsee hat Jagdfeld ebenfalls über einen Fonds finanziert.

Stein des Anstoßes in Sachen Adlon: Während Hotelpächter Kempinski brav zahlt, hat der Fonds auf Drängen Jagdfelds der Adlon Holding (AH), die Restaurants und Bars auf dem Gelände betreibt, bis Ende 2011 die Pacht erlassen. Allerdings gehört die AH Jagdfelds Familie – ein Interessenkonflikt, da Jagdfeld als Geschäftsführer des Fonds in dessen Sinn handeln muss. Er bestreitet, diese Pflicht verletzt zu haben.

Die AH-Pacht wäre wegen hoher Fondsschulden von 160 Millionen Euro dringend nötig. Denn Kreditgeber Crédit Suisse hat sich großen Einfluss gesichert. „Der Fonds kann nicht mehr frei über sein Geld verfügen, sobald der Cash-Flow die Marke von 150 Prozent der Zinsverpflichtungen unterschreitet“, sagt Thomas Fritsch, Anwalt der Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger. Diese Situation sei Ende 2009 eingetreten.

Hinzu kommt: Bis der tilgungsfreie Kredit 2016 abläuft, muss der Fonds ein Finanzpolster aufbauen. „Deshalb spricht vieles dafür, dass die Gesellschafter bis 2016 keine Ausschüttung mehr erhalten“, meint Fritsch.

Jagdfeld-Sprecher Christian Plöger widerspricht: Eine „Prognose über Beschlüsse künftiger Gesellschafterversammlungen“ zu Ausschüttungen sei nicht möglich. Die „Ertragsentwicklung“ werde sich voraussichtlich weiter verbessern. Auch jetzt seien Ausschüttungen möglich, die Geschäftsführung empfehle jedoch deren „Thesaurierung“.

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