
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter sind mit ihrem spektakulären Manöver gescheitert, den viel größeren Volkswagen-Konzern zu übernehmen. Doch auch das Gegenmanöver von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist vorerst ins Leere gelaufen. Piëch soll mit VW-Chef Martin Winterkorn den Plan verfolgt haben, dass der VW-Konzern das Autogeschäft von Porsche kauft.
Wiedeking bezeichnet Fusion als "Vernunftehe"
Bei einem Treffen der Eigentümer im östereichischen Salzburg hatten sich die Porsche-Eigner nun auf eine Fusion verständigt. „Es ist keine Hochzeit im Himmel, sondern eine Vernunftsehe“, sagte Wiedeking vor rund 3000 Beschäftigten im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen. Als "Hochzeit im Himmel" hatte Jürgen Schrempp einst den Zusammenschluß von Daimler und Chrysler gefeiert, auch Fiat-Chef Marchionne griff die Formulierung kürzlich auf.
Wiedeking und Betriebsratschef Uwe Hück haben die Mitarbeiter des Sportwagenbauers bei einer Betriebsversammlung über die geplante Fusion mit VW informiert. Hück habe angekündigt, bei den Gesprächen in den nächsten Wochen weiter für die rund 12 000 Porsche-Beschäftigten zu kämpfen, hieß es. Die Eigenständigkeit von Porsche müsse gewahrt bleiben. Außerdem habe Hück erneut gefordert, dass die Porsche- Eigentümerfamilien dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer mit frischem Kapital unter die Arme greifen.
Machtfragen zwischen Porsche und VW noch nicht entschieden
Damit geht nach der Entscheidung für eine Fusion von VW und Porsche das Ringen um die Macht in dem Autoimperium in eine neue Runde. Denn nach den Beratungen der Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch am Mittwoch blieb zunächst weiter unklar, ob das neue Unternehmen von Wolfsburg oder von Stuttgart aus geführt werden soll. Auch wer in dem neuen Konzern das Sagen haben wird, blieb offen. Innerhalb von vier Wochen soll die neue Struktur ausgehandelt werden.
Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer kehrt nun wieder mehr Ruhe bei den beiden Herstellern ein. Alle Beteiligten müssten nun lernen, in Koalitionen auf Augenhöhe zu arbeiten. „Einen König gibt es in dieser Gruppe nicht mehr“ - auch wenn sich die Macht nun wieder etwas zu VW nach Wolfsburg verschoben habe.










