GDL-Tarifkonflikt: Warnstreik beeinträchtigt Bahnverkehr massiv

GDL-Tarifkonflikt: Warnstreik beeinträchtigt Bahnverkehr massiv

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Warnstreik verärgert Pendler: Ein Lokführer steht mit einem Schild "Wir streiken" auf dem Leipziger Hauptbahnhof.

Die Warnstreiks der Lokführer haben den Berufsverkehr deutschlandweit massiv behindert. Im Nahverkehr blieben hauptsächlich die S-Bahnen in Berlin, Nürnberg und Stuttgart sowie im Rhein-Main-Gebiet und in Nordrhein-Westfalen stehen.

Das teilte die Deutsche Bahn (DB) am Morgen mit. Auch im Regional- und Fernverkehr fielen deutschlandweit Züge aus oder kämen verspätet ans Ziel. Die Arbeitsniederlegungen sollten von 6.00 Uhr bis 8.00 Uhr andauern.

Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, sagte in Berlin, er gehe davon aus, dass sich der Bahnverkehr danach wieder langsam einpendeln werde, mit Verspätungen müsse aber noch bis Mittag gerechnet werden. Nach Einschätzung Weselskys beteiligen sich die im Nah-, Fern- und Regionalverkehr aufgerufenen 22.000 Lokführer mehrheitlich an den Streiks. Nicht in die Arbeitskämpfe einbezogen wurde der Güterverkehr, da die Verhandlungen mit den sechs Unternehmen laut Weselsky vorankommen.

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Die Warnstreiks richten sich gegen die Deutsche Bahn (DB) sowie die sechs größten deutschen privaten Verkehrsunternehmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Deren Sprecher konnte auf dapd-Anfrage noch keine Angaben über Zugausfälle und -verspätungen machen.

Geduld der Lokführer „überstrapaziert“

Pendler im Berufsverkehr bat Weselsky um Verständnis für die Streiks: Die Gehälter der bei den sechs größten Privatbahnen beschäftigten Lokführer lägen im Schnitt 30 Prozent unter dem Vergütungsniveau bei der Deutschen Bahn (DB). Aber auch dieses sei zu gering: In einem Flächentarifvertrag soll daher ein für alle Lokführer geltendes, einheitliches Entgelt festgeschrieben werden, dass bei 105 Prozent des DB-Niveaus liegt. Für einen Berufsanfänger wären das Weselsky zufolge 2.295 Euro plus fünf Prozent.

Eine andere Lösung als die des Arbeitskampfes sieht der GDL-Chef in den festgefahrenen Verhandlungen mit DB und Privatbahnen nicht: „Wenn Sie ein halbes Jahr verhandeln, dann aber mit dem Stuhl vor der Tür sitzen bleiben, gibt es nichts anderes als den Arbeitskampf“, sagte Weselsky im ZDF-„Morgenmagazin“. Zwar legten die Arbeitgeber immer wieder neue Angebote vor: Deren Inhalt sei aber „alter Wein in neuen Schläuchen“, die Geduld der Gewerkschaft sei überstrapaziert.

Die GDL fordert für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr in Deutschland ein einheitliches Lohnniveau und Beschäftigungsbedingungen, die dem DB-Standard entsprechen. Das Ergebnis will sie in einem sogenannten Bundesrahmen-Lokomotivführertarifvertrag festschreiben. Einen Anschluss an den kürzlich zwischen DB, den sechs Privatbahnen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG unterzeichneten Branchentarifvertrag lehnt die GDL ab. Das darin vereinbarte Lohnniveau liege um 6,25 Prozent unter DB-Standard, außerdem seien die Arbeitszeitregelungen schlechter.

Bahn bietet kostenlose Ticketerstattung

Die Bahn hat nach eigenen mehrere Hundert zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, um ihre Kunden bestmöglich informieren zu können. Wer von den Streiks betroffen ist, kann sich unter der kostenlosen Servicenummer 08000 99 66 33 über die Lage informieren. Weitere Auskünfte sind im Internet unter bahn.de/aktuell zu finden

Wer aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten auf Bus oder Auto umsteigen musste, könne sich Fahrkarte und Reservierung in DB-Reisezentren kostenlos erstatten lassen. Alternativ könnten Reisende den nächsten, gegebenenfalls auch höherwertigen Zug nutzen, hieß es weiter. In diesem Fall werde bei Angeboten wie dem Sparpreis auch die Zugbindung aufgehoben

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