Gefängnis: Welche Fehler Manager in U-Haft vermeiden sollten

Gefängnis: Welche Fehler Manager in U-Haft vermeiden sollten

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Ein Justizbeamter schliesst im Gefängnis eine Zelle

Vier Fehler, die Manager in U-Haft vermeiden können.

Stefan Kursawe, 46, Arbeitsrechtsexperte und Personal Partner der internationalen Wirtschaftskanzlei Heisse Kursawe Eversheds in München, vertritt häufig frisch inhaftierte Mandanten aus der Chefetage – etwa im Siemens-Korruptionsverfahren. Kursawe warnt vor Panik-Handlungen und Strategiefehlern in der Untersuchungshaft:

Fehler 1: Übereilte Geständnisse

„Der Absturz in die Haftanstalt schockiert viele so massiv, dass sie sich mit einem schnellen Geständnis sofort die Freiheit erkaufen möchten. Die Strategie geht aber oft nicht auf und bewirkt manchmal das Gegenteil. Denn die Gründe für die Verhaftung – Flucht- oder Verdunklungsgefahr – kann ein Geständnis nicht immer ausräumen. Verdunklungsgefahr wird bei Wirtschaftsdelikten angenommen, wenn die Taten komplex und mehrere Personen beteiligt sind, die heimliche Absprachen treffen können. Eines bewirkt ein frühes und durchdachtes Geständnis aber: ein milderes Urteil.“

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Fehler 2: Ehrliche Briefe

„Wegen der seltenen Außenkontakte schreiben viele U-Häftlinge Briefe – an Familie, Freunde, Geschäftspartner. Doch im Gefängnis gilt das Briefgeheimnis nicht, Ermittlungsrichter und Staatsanwälte lesen mit. Mancher Manager hat dadurch schon ermittlungsrelevantes und belastendes Material gegen sich selbst geliefert.“

Fehler 3: Unausgegorene Anträge

„Stellen Sie sich in U-Haft nicht nur auf Stunden, sondern günstigstenfalls auf einige Tage hinter Gittern ein. Zwar kann der Anwalt unmittelbar nach der Eröffnung des Haftbefehls die erste Haftprüfung beantragen, in der geklärt wird, ob die Haft zwingend notwendig ist. Doch wird der Antrag nicht optimal begründet, steigt die ohnehin hohe Gefahr der Ablehnung. Dann ist ein neuer Haftprüfungsantrag erst drei Monate später möglich. Deshalb ist es besser, dem Anwalt – auch wenn es sehr schwerfällt – Zeit für den Haftprüfungsantrag zu lassen.“

Fehler 4: Schädliche Extrawurst

„Manche Anstalten stecken U-Häftlinge in Einheitskleidung. Man sollte auf das Recht auf persönliche Kleidung trotzdem nur dezent pochen und keinesfalls Boss-Anzug und Armani-Krawatte tragen. Sofern die Anstaltsleitung mitspielt, darf sich ein U-Häftling sogar Essen vom Gourmetkoch bringen lassen – sofern der dreimal täglich an sieben Wochentagen liefert. Allerdings wecken Extrawürste Neid bei Mithäftlingen und beim Personal. Wer sich nicht isolieren will, nimmt besser erst mal nur Zahnbürste, Unterwäsche und Familienfotos mit.“

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