Gegenangebot möglich: Nasdaq bringt Mega-Börsenfusion in Gefahr

Gegenangebot möglich: Nasdaq bringt Mega-Börsenfusion in Gefahr

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Die Technologiebörse Nasdaq in New York

von Angela Hennersdorf

Neue Wendung bei der geplanten Fusion von Deutscher Börse und NYSE: In New York verdichten sich die Hinweise, dass die US-Technologiebörse Nasdaq ein Gegenanbot für den Zusammenschluss vorbereitet. Aber das könnte noch dauern.

Wird ein Gerücht nur lange genug gestreut, dann wird es am Ende vielleicht doch noch wahr: Schon vor mehr als vor einer Woche, als die Deutsche Börse bekannt gab, den Wettbewerber New York Stock Exchange Euronext zu übernehmen, spekulierten eingeweihte Kreise, die US-Technologiebörse Nasdaq könnte die Übernahme der Deutschen mit einer möglichen Gegenofferte torpedieren.

Bestätigt ist eine solche Offerte seitens der Nasdaq bislang nicht. Ein konkretes Angebot liegt offensichtlich noch in weiter Ferne. Denn sicher sind bislang nur zwei Punkte. Erstens: Die US-Technologiebörse, die ihren Sitz ebenfalls in New York hat, und die das meiste Geschäft mit dem wenig lukrativen Aktienhandel macht, muss sich dringend überlegen, wie sie zukünftig neben diesem neuen transatlantischen deutsch-amerikanischen Börsenplatz überleben will.

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Die geplante neue Super-Börse - mit ihrer führenden Rolle im US-Optionsgeschäft, bei US-Aktien und mit dem europäischen Derivategeschäft – käme der Nasdaq mächtig in die Quere. „Die Nasdaq muss sich wirklich fragen, wie sie zukünftig ihre Position unter den Top Handelsplätzen halten kann", sagt Analyst Sussman von der Investmentfirma Tabb Group.

Klar ist zweitens: Allein könnte die Nasdaq ein Konkurrenzangebot nicht stemmen. Mit einer Marktkapitalisierung von fast zehn Milliarden Dollar wäre die NYSE Euronext ein zu dicker Brocken für die US-Technologiebörse. Die kommt nur auf einen Börsenwert von 5,5 Milliarden Dollar.

Partner gesucht

Zunächst müsste sich die Nasdaq also einen Verbündeten suchen, der bei einer möglichen Gegenofferte mitspielt. In Frage käme etwa ein Bündnis mit der weltgrößten Derivate-Börse, der CME in Chicago (Chicago Mercantile Exchange), die derzeit als weltweit wichtigster Handelsplatz für Rohstoffe derzeit hervorragende Geschäfte macht. Spekuliert wird aber auch über einen möglichen Zusammenschluss mit der ICE (Intercontinental Exchange) aus Atlanta, die auf ebenfalls auf Rohstoffe spezialisiert ist.

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal" überlege die Nasdaq aber auch, andere Rivalen zu übernehmen oder gar sich selbst zum Verkauf zu stellen.

Die Fusion der New York Stock Exchange und der Deutschen Börse zum weltweit größten Handelsplatz soll bis Ende dieses Jahres in trockenen Tüchern sein. Es fehlt noch das Ja der Aktionäre und der Aufsichtsbehörden zur Hochzeit. Dominique Cerutti, Vize-Chef der NYSE, sagte, die Europäische Union würde den Zusammenschluss der beiden Börsenplätze genau unter die Lupe nehmen – das Verfahren könne gar bis Februar 2012 dauern.Bis dahin hätte also ein Dritter noch genügend Zeit, ein besseres Angebot zu machen.

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