Gemeinschaftsunternehmen: Was MAN das Joint Venture mit Rheinmetall bringt

19. Januar 2010
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MAN-Militärlaster
von Andreas Wildhagen

Der Lkw-Bauer MAN hat einen Schritt in die richtige Richtung gemacht: Sein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall löst ein gravierendes Problem des Konzerns.

Noch vor wenigen Tagen war das Militärgeschäft ein Sorgenkind des Münchner Maschinen- und Lastwagenbauers MAN. Zwar ist das Werk in der österreichischen Hauptstadt Wien durchaus profitabel, sorgt ein Auftrag der britischen Armee doch für einen Großteil der Auslastung. Sie hat bei MAN 7500 Fahrzeuge bestellt, die bis 2012 ausgeliefert werden. Aber was nach diesem lukrativen Geschäft kommt, ist offen.

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Grund ist eine eklatante Schwäche des Konzerns: MAN sei nicht ausreichend mit der Rüstungsindustrie vernetzt, um außerhalb des deutschsprachigen Raums neue Aufträge zu erhalten, berichten MAN-Insider. Zudem fehlt dem Konzern Know-how, um Panzerungen für Kabinen herzustellen, sodass er die Führerhäuser zukaufen muss.

Indem der Konzern sein Militärgeschäft jetzt in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Düsseldorfer Rüstungsriesen Rheinmetall gibt, löst das MAN-Management all diese Probleme auf einen Schlag. Schließlich hat der Militärausrüster durch seine Radpanzer Fuchs und Boxer Erfahrungen bei armierten Außenwänden und Unterböden, die selbst Infanteriegeschossen standhalten können. Doch auch für Rheinmetall kommt der Deal mit MAN zur richtigen Zeit.

Rheinmetall-Ingenieur: Ideale Liaison

Einem Rheinmetall-Ingenieur zufolge haben Militärfahrzeuge des Konzerns heute eine große Schwäche: Sie sind durch ihre dicke Panzerung schwerfällig. Im Erstfall kommen sie mit ihrer Tonnenlast nicht schnell genug aus der Gefahrenzone. Hier aber gilt wiederum MAN als Spezialist, hat der Lkw-Hersteller doch Erfahrungen im Bau von spurtschnellen Antrieben. „So kann sich auf diesem Gebiet eine Idealliaison herausbilden“, sagt der Rheinmetall-Ingenieur.

Zudem kann MAN Erfahrungen aus der Bussparte in ein besonders Erfolg versprechendes Projekt von Rheinmetall einbringen. Denn der Rüstungskonzern arbeitet gerade an einem gepanzerten Omnibus, der Soldaten aus Camps etwa in Afghanistan sicher zum Flughafen bringen soll. Offiziell gibt es dazu von Rheinmetall „keinen Kommentar“. Doch nicht nur die Bundeswehr, auch andere Streitkräfte sind an einem solchen Vehikel für 50 bis 80 Soldaten interessiert. Ende 2011 werden die Unternehmen wohl erstmals gemeinsam Fahrzeuge bauen.

MAN-Großaktionär Volkswagen dürfte der Deal jedenfalls ins Konzernkonzept passen. Hätte ihn doch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch leicht blockieren können, schließlich sitzt er auch dem Kontrollgremium von MAN vor.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 19.01.2010, 13:44 UhrMoskauer

    Der Herr Ferdinand Piëch bekommt den Rachen nicht genug voll???!!!!

  • 19.01.2010, 15:39 UhrSinotruck

    Und dann Kramm auch noch in Algerien bauen :-). ... die nächste Station is dann wohl China!

  • 05.07.2011, 22:39 Uhrich weiß nix

    wieso Piëch bei der RMMV hält die rheinmetall die mehrheit und da ist ein anderer als dieser herr am drücker

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