General Motors-Bankrott: GM-Gläubiger erhalten bestenfalls einen Bruchteil zurück

General Motors-Bankrott: GM-Gläubiger erhalten bestenfalls einen Bruchteil zurück

Bild vergrößern

GM-Hauptquartier in Detroit

Nach 101 Jahren flüchtet General Motors unter den US-Gläubigerschutzparagrafen Chapter 11. Welche Chancen bietet eine solche Mega-Insolvenz? Und wo lauern die Gefahren?

Präsident Barack Obama ist optimistisch. Er muss es auch sein, denn sonst könnte er gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit kaum rechtfertigen, warum er Milliardenbeträge von Steuergeldern in ein marodes Unternehmen steckt, das in den vergangenen vier Jahren insgesamt Verluste von 82 Milliarden Dollar angehäuft hat.

„Letztendlich wird GM wieder ein starkes, schlagkräftiges Unternehmen sein und wir werden dort heraus kommen, sobald sich die Wirtschaft erholt und sie ihre Restrukturierung abgeschlossen haben,“ sagte der Präsident vor wenigen Tagen einem amerikanischen Fernsehsender. Ähnlich hatte er sich zuvor auch zum kleineren Konkurrenten Chrysler geäußert, der bereits vor einem Monat unter den Schutz des Paragrafen 11 des US-Konkursrechts geschlüpft ist. „Meine Hoffnung ist, dass GM und Chrysler aus diesem Prozess schlanker und wettbewerbsfähiger hervor gehen, mit Produktlinien, die beim Konsumenten ankommen, mit guten Autos, die gute Verbrauchswerte aufweisen und die auf die Märkte von morgen blicken.“

Anzeige

Obamas Bilderbuchszenario für GM

Wenn, wie im Bilderbuchszenario der US-Regierung vorgesehen, alles gut geht, könnte der gesunde Teil von GM bereits in zwei bis drei Monaten wieder außerhalb des Konkursrechtes operieren. Befreit von umfangreichen Altlasten  - den teuren Vereinbarungen mit den Gewerkschaften, dem überdimensionierten Händlernetz und vor allem der drückenden Schuldenlast – sollen die verbleibenden Marken Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC dann bald wieder für steigende Absatzzahlen sorgen.

Die Kostennachteile gegenüber anderen Herstellern würden verschwinden, sich möglicherweise sogar in einen Kostenvorteil verwandeln. Der schlechte Rest von GM – darunter voraussichtlich Opel - würde in einer Abwicklungsgesellschaft landen, teils als „Badco“ bezeichnet, und von einem Konkursrichter verwaltet beziehungsweise liquidiert oder verkauft. Im Jahr 2012, so ein Szenario, sollen auf dem US-Markt insgesamt wieder rund 14 Millionen Fahrzeuge verkauft werden – zurzeit sind es aufs Jahr hochgerechnet weniger als zehn Millionen – und GM würde laut einer Studie der Investmentbanker von Goldman Sachs dann wieder einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Dollar bejubeln können.

Im besten Fall kommen die Milliarden zurück

Anleger würden sich angesichts der beeindruckenden Sanierungserfolge um die GM-Aktien reißen, die wieder zu einem lange nicht gesehenen Höhenflug ansetzen könnten. Die US-Regierung könnte sich zurück ziehen, GM wieder privatisieren, das vom Steuerzahler stammende Geld für die Rettung wieder einkassieren und damit ein Versprechen halten, das Obama ebenfalls gemacht hat: „Wir wollen aus dem Geschäft, den Autoherstellern zu helfen, so schnell wie möglich wieder aussteigen.“ Sogar Obamas Wiederwahl wäre mit einem solchen Ausgang der heute insbesondere von seinen politischen Gegenspielern heftig kritisierten Staatsinterventionen wohl gesichert.   

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Experten dieses Szenario für unrealistisch halten

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%