General Motors: Ende des Opel-Pokers in Sicht

General Motors: Ende des Opel-Pokers in Sicht

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Silhouette eines "Opel-Blitzes": Der Poker um die Zukunft von Opel geht weiter

Das Bieterrennen um Opel bleibt offen. Doch eine baldige Entscheidung gilt laut Verhandlungskreisen als wahrscheinlich. General Motors hat weiterhin Vorbehalte gegen Magna, Konkurrent RHJI gibt nicht auf. Die Sanierung von GM läuft hingegen wie geplant.

Im monatelangen Poker um den Autobauer Opel kommt nach einem Spitzengespräch in den USA Bewegung in die Verhandlungen. „Wir werden in den nächsten Tagen Klarheit darüber bekommen, mit welchem der beiden Bieter eine Lösung möglich ist“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person gestern gegenüber Nachrichtenagenturen. Im Rennen sind der österreichisch- kanadische Zulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJ International (RHJI). „Es wird sich herauskristallisieren, ob wir mit Magna eine Einigung finden können oder ob wir den Finanzinvestor RHJI der deutschen Politik schmackhaft machen können“, verlautete aus Kreisen des ehemaligen US-Mutterkonzerns General Motors (GM) .

Eine Einigung in dieser Woche sei aber nicht wahrscheinlich. So hätten General-Motors-Chef Fritz Henderson und Magna-Chef Siegfried Wolf bei ihrem Spitzentreffen am Freitag in Detroit trotz einiger Fortschritte keinen Durchbruch erzielt. Aus der Umgebung der Beteiligten hieß es, die Gespräche hätten eine gute Richtung genommen. Es gebe aber noch eine Menge offener Fragen bezüglich der Patente und der Frage des geistigen Eigentums. GM fürchtet, dass durch die Magna-Kooperation mit dem russischen Autobauer Gaz firmeneigenes Know-how an einen Konkurrenten fließen könnte. Diese Frage scheint trotz Zugeständnissen von Magna nicht gelöst. 

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Zuschlag für Magna weiter offen

Ob Magna daher den Zuschlag bekommen wird, ist weiter offen. Der Opel-Betriebsrat zeigte sich zuversichtlich. Die Signale, die ihn nach dem Gespräch erreicht hätten, machten ihn „verhalten optimistisch“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz der dpa auf Anfrage. Der Betriebsrat favorisiert ebenso wie die deutsche Politik den Zulieferer Magna als neuen Opel-Eigentümer. Grund dafür ist, dass Magna weniger Stellen als RHJI in Deutschland abbauen und Opel klarer vom der ehemaligen Mutter abtrennen will.

Wie nach den Gesprächen bekannt wurde, sieht GM den Finanzinvestor RHJI weiterhin als eine „echte Alternative“. Teile des GM-Managements bevorzugen den Finanzinvestor, weil nach seinem Konzept Opel enger bei GM bleiben würde. Das RHJI-Angebot sei das „einfachere Konzept“, hatte GM-Verhandlungsführer John Smith in seinem Blog geschrieben. 

RHJI bleibt weiterhin im Rennen

Trotz aller Widerstände in der deutschen Politik gibt RHJI im Bieterkampf nicht auf. Es könne nicht im Interesse der Politik sein, den Wettbewerb aus diesem Investorenprozess zu verbannen, sagte RHJI- Chef Leonhard Fischer dem „Handelsblatt“. Sein Unternehmen habe bereits einen unterschriftsreifen Vertrag mit GM ausgehandelt. „Wenn es nach uns ginge, könnte die Entscheidung über Opel heute gefällt werden“, sagte Fischer der Zeitung. RHJI sei bereit, die Offerte beim wichtigen Eckpunkt Eigenkapitalanteil noch einmal nachzubessern.

Bereits zuvor hatte RHJI weitere Zugeständnisse gegenüber GM gemacht. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen verlangt das Unternehmen weniger Staatshilfen, wenn die ehemalige Opel-Mutter ihm die gleichen Lizenzgebühren für die Patentnutzung berechne wie Magna. RHJI wolle dann 3,6 Milliarden Euro statt der bislang geforderten 3,8 Milliarden Euro an Staatsgarantien.

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