General Motors: GM-Rettung wird ein harter Job für Sanierungsprofi Henderson

General Motors: GM-Rettung wird ein harter Job für Sanierungsprofi Henderson

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Der neue General-Motors-Chef Fritz Henderson

Zugeständnisse oder Blitzinsolvenz: Die US-Regierung setzt General Motors das Messer an. Der neue Konzernchef Fritz Henderson muss Stellen streichen, Schulden abbauen und Verkäufe ankurbeln. Das ist die Spezialität des Sanierungsprofis.

Er ist in Detroit geboren, gilt als Baseball-Fanatiker und liest gerne Belletristik von Autoren wie Robert Ludlum (Die Bourne-Identität): Auf den ersten Blick wirkt der neue General-Motors-Chef Frederick „Fritz“ Henderson wie ein Gegenpol zum zurückhaltend-unnahbaren Rick Wagoner, der auf Druck der US-Regierung seinen Chef-Posten räumen musste.

Doch die gemütliche Fassade täuscht. Henderson hat sich einen Ruf nicht als „Car Guy“, sondern als knallharter Sanierer erworben. Er kann schlechte Nachrichten mit einem Lächeln überbringen und gilt als sehr zahlengetrieben. Auf Sanierungen stürzt sich der 50-jährige Harvard-Absolvent mit Vorliebe: General Motors hat „Fritz the Blitz“ bisher in drei Kontinenten auf Problemfälle angesetzt – und die hat der einstige Finanzanalyst stets effizient gelöst. „Fritz schien mir immer analytisch, realistisch und in Eile zu sein“, meinte ein Berater einmal über ihn.

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Henderson ist für harte Einschnitte bekannt

Henderson hat den Großteil seiner Karriere, die er als Analyst bei der GM-Finanzierungstochter GMAC begann, im Ausland verbracht. Nach seiner eigenen Zählung hat er für GM mindestens 45 Länder besucht. Dramatische Absatzkrisen hat der Schnellredner bereits am eigenen Leib miterlebt: In Argentinien musste Henderson 2001 zusehen, wie der Autoabsatz in kurzer Zeit von 450.000 auf 130.000 Autos einbrach. „An solche Dinge erinnert man sich lange“, gab Henderson einst gegenüber der New York Times zu.

Für die GM-Mitarbeiter dürfte es unter Henderson ungemütlich werden. Der Schnellredner schreckte in der Vergangenheit vor harten Einschnitten nicht zurück. Vor fünf Jahren wurde Henderson zum Europa-Chef von General Motors berufen – und räumte auf. Noch bevor er mit den Gewerkschaften verhandelt hatte, kündigte Henderson den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen an. Die deutschen Gewerkschaftsbosse riefen zum Streik auf, doch Henderson setzte sein Sparprogramm vollständig durch.

Im Jahr 2006 holte die GM-Führung Henderson zurück in die USA, wo er zuerst als Finanzvorstand und ab März 2008 als rechte Hand von Wagoner arbeitete.

Trotz der eher bitteren Erfahrung im Jahr 2004 setzen die Opelaner nun auf Henderson. Sie hoffen auf eine klarere Geschäftspolitik, denn anders als Wagoner kennt Henderson die Europa-Geschäfte bestens.  

US-Regierung erwägt Aufspaltung oder Blitz-Insolvenz für GM

In den nächsten zwei Monaten hat Henderson jedenfalls harte Arbeit vor sich: Denn die Berater von US-Präsident Obama halten GMs Sanierungsplan für unrealistisch und fordern weitere Nachbesserungen. GM hat nun bis Ende Mai Zeit, in Verhandlungen mit Gewerkschaften und Gläubigern massive Zugeständnisse zu erreichzen. Gelingt GM das nicht, prüft die US-Regierung Zeitungsberichten zufolge  auch eine Aufspaltung des Konzerns. Im Raum steht auch eine spezielle "Blitz-Insolvenz" statt eines langwierigen Gerichtsverfahrens.

Kritisiert haben Obamas Auto-Experten die ihrer Meinung nach zu rosigen Prognosen für den US-Automarkt. GM behauptete, dass es im Jahr 2014 auf einen US-Marktanteil von 19 Prozent kommen würde. Erst in den letzten Monaten war GM unter die 19-Prozent-Marke gerutscht. Laut dem US-Magazin BusinessWeek bedeutet jeder verlorene Prozentpunkt 2 Milliarden Verlust an Cash-Flow für GM.

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